Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1135
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Pont«.

und voller Pinsel, die Schönheit seiner Mitteltin-ten, die Lebhaftigkeit seiner Lokalfarbe, eine an-genehme Nachläßigkeit in der Ausführung, undeine gewisse Anmuth in den Köpfen, welche ge-fallen ohne schön zu seyn, sichern ihm einenausgezeichneten Rang unter den großen Meisternan. Die Landschaft stellte er mit sehr gutem Ge-schmacke dar; im Bildniß war er ebenfalls glück-lich, und ganz vortreflich in Darstellung der Thie-re. Die ehemalige Französische Galerie besaßschon zwölf Arbeiten von ihm; vorzüglich eineGeburt, welche Lepicie ausführlich beschreibt,und ihr nicht bloß wegen des Zauberischen desHelldunkels, sondern selbst für Compositton undnaiven Ausdruck großes Lob ertheilt". DieKaiser!. Galerie zu Wien hat ebenfalls 10. seinerBilder, sieben davon biblischen Inhalts, dreyBildnisse (darunter sein eigenes^, und eine Land-schaft mit Bauernwirthschaft staffirt, auszuweisen;die mehrern von kleinerm Maaße. Die Hälftederselben rührt aus der bekannten Galerie vonBrüssel her. Die Galerie Lichtenstein besitzt5 , darunter einen Eingang in die Arche, undChristi Leidensweg nach Golgatha (letztrer aufMarmor); wieder lauter kleine Bilder. Mün­ chen hat nur zwey, aber beyde in lebensgroßenFiguren: Eine H. Familie (Halbfiguren),einNachtstück von großer Wirkung" heißt es in demKatalog von Männlich, der übrigens die Be-merkung macht, daß dieses Künstlers letzte Wer-ke nicht die beßtcn seyen, da er solche aus derFaust gemalt, und die Natur dabey nicht zuRath gezogen habe. In Schleieheim befandensich 7. Bilder von ihm, darunter eine Einbalsa-mirung des Leichnams in lebensgroßen Figuren,und eine kleine Landschaft mit acht Figuren ausder Familie des Künstlers. In der Galeriezu Dresden 89, worunter drey von über 9^Breite und über 6^ Höhe (von welcher Hohe dieFiguren, wird nirgends gesagt;, alle, ein Bildnißausgenommen, biblischen Inhalts; darunter eben-falls ein Eingang in die Arche: Ob vielleichtdasjenige, wovon es in Hagedorns Katalog die-ser Galerie heißt, daß es seiner Zeit von Litiangekauft wurde. Auch Hagedorn bemerkt daßBassano überhaupt das Nackte ausgewichen;doch wahrscheinlich einzig aus dem Grund, umgeschwinder zu machen. Die Galerie vonSalzchalum besaß 7. kleine Bilder von ihm,darunter des Künstlers Bildniß in weißer Klei-dung. Düsseldorf 3 . pommersfeldenendlich ebenfalls 5 , worunter eine Prozession mitvielen schuhhohen Figuren. In einem Buch, woman dergleichen sonst schwerlich suchen würde:Wunderliche Begebnisse des wunderlichen(Ferdinand Albrechts, Herzogs von BraunschweigBevern) 1 . 112 findet sich was folgt:In demverdeckten Gange des Pallastes Pamphili zu Rom ,von mehrern vortreflichcn Künstlern gemalt, ist un-ter Andern ein Quader, worin sich ein Bassanomit seiner Frau und b Kindern selbst abgebildethat. Abstrahln von der Anzahl der Kinder solles vermuthlich Jacob seyn". Die reichhaltigsteuns bekannte Litteratur der nach Jacob gestoche-nen Blatter giebt der Katalog von winkler s.v. Bassano von ff. Meistern: Q- Boel, W. Hol-lar, H. Hondius, I. B. Jakson, T- van Kessel,W. Kilian, Ossenbeck, C. de Paß, R Picou,I. C. Reiff, E. I und R. Sadeler, I. Troyen,G. Valk, N. Visscher, L.^ Vorstermann. Die-sen werden noch anderwärts C. Faucci, Ph.A. Kilian, F. A. Lorenzini, I. Mann!, LH- Ma,tham, I. O. Picchianli, Prenner, P. Scalbcrge,Ph. Thomaßin, C. Visscher u. s. f. beygefügt. Dertvinklersche Katalog bemerkt, daß Bassano,wie alt« Meister der venetianischcn Schule über-haupt , bey den Stichen nach ihm ihr Wesent-liches, den Fardtnzauber, eingebüßt hätten. Mitalle dem nennt er wohl mit Recht, schöne Blät-ter: Den unterm Kreuz erliegenden Christ aus

-) Wer giebt uns einmal ein gutes in diesem Sinn 1züglichsten Bildern in den berühmtesten Galerien von

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dem Kablnet Reynst, von Valk; die Grabtra-gung Christi, von N- Visscher; die sogenanntedrey Küchen (bey Manha und Maria, beym rei-chen Schlemmer, nnd zu Emaus), von Joh. undRaphael Sadeler; die vier Jahrozeiren von Eben-denselben; und als selten: Das llolc^ fürdlivnte des Esels in der Wiese, der seinenHalfter gehen läßt, von W. Hollar. Diesen fugtder Katalog von Brandes noch hinzu; DenEngel, der Abraham ein veßeres Land verheißt;und letzter» , dem Gott zu Sichem erscheint,beyde von C Visscher; eine H. Familie vonMatham (alle drey wieder aus dem KabinetReynst); und endlich einen St. Christoph vonE. Sadeler. Auch Füßli l. c 7(1 89. nenntachtzehn dieser Blätter, beschreibt ihre Urbildermit gewohnter Wahrheit; rühmt vor allen denschon genannten Abraham, der das Land verläßt,von Visscher; bemerkt von den die» Küchen, daßsie in guten Drücket»- selten zu finden seyen; und,(was auch seinen Werth bat- nennt von zweyendie Galerien, wo sich die Gemälde finden*):Christus, der den Tempel von dem Krämervolkesäubert, zu Dresden , von Ph. A. Kilian, und einePieta in der ehemaligen Galerie Gerini, vonFaucci gestochen. Diejenigen von Boel, Kessel,Ossenbeck, Troyen, und Vorstermann dein jün-gern, befinden sich meist in der sogenannten (Ha,lerie von Brüssel.

* ponre (Johann da St. Stefano da), dernicht zu den Lassano's gehört. Nach Lanzi I.27. starb er 12ÜH. Dort heißt es von ihm kurz:Er hatte einiges Verdienst, das er aber nicht be-müht war, durch Fleiß zu erhöhen Einige Ue-berreste seiner Kunst sieht man noch an den Wan-den der Kirche St. FranzeSco zu Arezzo "

* (Joh. Baptist und Hieronymus da),jener der zweyrälteste, dieser der jüngste Sohnvon Jacob Don Hieronymus s. öden eineneigenen Art. ».Desselben" (heißt es bey Lanzi1l. i3i.)" wird in der Geschichte kaum Erwävnunggethan, und kennt man von ihm ein einziges mitseinem Namen bezeichnetes Bild zu Gallio, wel-ches andere" (doch wohl irrig?)dem Leanderzuschreiben". Heydenreich, der in seiner Ver-kauderwelschung von wareler und Levesquenicht einmal einen Namen richtig zu übersehenweiß, nennt den Hieronymus (jerome) Ie-remias!

* (Leander da), Jacobs zweytjüng-ster Sohn. Lanzi il 121. nennt ihn einen Ma-ler von großem Ruf, der in Allem die Maximenseines Vaters, und zumal den fruyern (verarbei-tetern) Styl desselben befolgt, und in Bildnissen,worin er sehr geübt war, mehr Originalität, alsJacob, gezeigt habe Ost finde man bey ihmein Schielercolorit, womit er sich dem Ma-lerntenseines Zeitalters nähere. Zu seinem Brüten ge-hört: Eine von Christus gekrönte St Eatharmamir andern HH. in der Kirche St Francesco zuBassano , in lebensgroßen Figuren, was sonst beyden Bassane» so wenig üblich war; dann seineschon im Lex. angeführte Aufeiweckung Lazari undeine Gcburl der H. Jungfrau in Sr. Sophia zuVenedig . Wer übrigens von den Bildern seinesVaters genaue Kunde habe, finde in denen oesSohns Plagiate die Menge. Seiner rherigkenEitelkeit thut FioriUo 11 , 11 >. nicht ohne Grund,mit ein Paar Worten, gerechte Erwähnung Auchvon ihm erzählt die Geschichte: Daß er (wie die g, of-fen .yerren zu thun pflegen) immer in Sorge» stand,vergiftet zu werde» Zwft) Bildnisse von ihm i.einhistorirkes, besitzt die Kaiserl. Gallcrie zu Wien Diejenige zu Dresden fünf Bilder: Die He-l ngdes Blinden, eine Kreu;iragu>,g, o,e Himmelfahrtder H Jungfrau i kleine Figuren), das BUduißeines Dogen von Venedig ('oüestück) und ein Hir-tcnstück. - Diejenige zu München : Christus ver-

erfaßtes Dmeichniß der heften Blätter, nach den vor,Europa ?