Buch 
Herrn Georg Ernst Stahls ... Zymotechnia fundamentalis, oder, Allgemeine Grund-Erkänntniss der Gährungs-Kunst : vermittelst welcher die Ursachen und Würckungen dieser alleredelsten Kunst, welche den nutzbahrsten und subtilesten Theil der gantzen Chymie ausmacht, aus den wesentlichen mechanisch-physischen Haupt-Gründen überhaupt mit höchstem Fleiss ans Licht gestellet, und mit einem neuen chymischen Experiment, wie ein wahrer Schwefel durch Kunst zum Vorschein zu bringen; wie auch mit andern nützlichen Erfahrungs-Proben und Anmerckungen dem Publico mitgetheilet werden / wegen ihres unbeschreiblichen Nutzens aus dem Lateinischen ins Teutsche übersetzet
Seite
222
JPEG-Download
 

222 83(09 88

Speculation halt deßfalls in der Praxi nicht ſtich,weil auf dieſe Art auch eine ſehr maͤßige Blaſekeinesweges zu dem erforderten Crad der Sitzegebracht werden kan.

Die andere beſtehet darinn: daß er ein Ge-ruͤſt von Staͤben, gleich als einen Jaun andie Seiten der Blaſen anzuſetzen, und innerhalbdieſes Fauns den Einſatz, in einen dunnen Sackeinzuſtellen, vorſchlaͤgetꝛe. Alleine dieſe Gril-lenfangerey iſt noch weit froſtiger und abge-ſchmackter als die erſte, und gleichwie ſie mitvielen andern Schwierigkeiten verknuͤpffet; alſoiſt ſie auch inſonderheit, wegen der dabey wal-tenden Unmoͤglichkeit einer genuaſamen Erhi-tzung, auf keinerley Weiſe ins Werck zu ſtellen.(* Gleichwie aber ſehr viele Dinge, nachdemman die Erwegung der Urſachen gleichſam un-ter die Banck geworffen, alle Hoffnung zu einer,ſolchen Urſachen gemaͤß einzurichtenden Te

erung

() Eben dieſer Glauber recommendiret auch wiederdas Anbrennen/ daß man den Boden des Keſſelsmit einer Speckſchwarte ſchmieren ſoll/ ehe mandie Hefen einſetzet: vid. Glauberum concentr. pag. 289.Alecin es iſt auch dieſer Vorſchlag von ſelbigem nichtwohl uͤberleget. Denn es weiß ſo gar ein Kind/ daßdie Fettigkeit/ die in einem Gefaͤſſe klebet/ nicht haͤn-1 bleibet/ wann etwas naſſes/ das darinnen ge-

ocht werden ſoll/ dazu kommet. Denn ſo bald dasGefaͤß recht warm wird; ſo gehet alle in demſe, beneingeſchmierte Fettigkeit loß/ und ſchwimmet uͤberden leiquorem empor: folglich iſt bey dieſem vermein-ten Kunſtgriff wenig troͤſtliches zu hoffen.