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Vierter Band. F bis G.
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Flasche (ühdncr) Flassan

Flanguiren, in der Kriegskunst, eine Festung mit Seitenvcrtheidigung ver-sehen; auch: von der Seite destreichen, beschießen. Flanguire» und umher-flanguire» heißt: unihei streifen, umherschweifen.

Flasche (leydner oder elektrische). Wenn man eine gläserne Flasche vonAußen und Innen, bis auseinige Zoll unter dem obern Rande, mit Stanniol (Blatt-zinn) überzieht, auf einen die Elektricität leitenden Tisch stellt, und den Boden derFlasche mittelst eines Metalldrahts mit dem Conducior einer Elektrisirmaschiue inVerbindung setzt, alsdann die Maschine dreht, und mit der einen Hand den äußernÜberzug der Flasche, mit der andern aber den Draht oder den Conductor, mit wel-chem der innere Überzug derFlasche noch in Verbindung steht, faßt, so zeigt sich einmit Geprassel hervorbrechender Funke, der mit einer Erschütterung in dem Arm-gelenke begleitet ist. Einen ganz ähnlichen Erfolg nimmt man wahr, wenn man dieFlasche nach dem Elektrischen (oder Laden) von der Maschine abnimmt, und dannbeide Überzüge zugleich berührt. In dem Zustande, wo die leydner Flasche denFunken mit Erschütterung gibt, heißt sie geladen, im entgegengesetzten Falle entla-den. Wird sie überladen, so entladet sie sich über dem unbelegten Raume vonselbst, und nicht selten wird sie dadurch zerschmettert. Zu bemerken ist, daß dieäußere Belegung der geladenen leydner Flasche alleinal die entgegengesetzte Elektri-cität der innern Belegung hat; sie hat negative, wenn jene positive hat, und um-gekehrt. Isolirk man eine leydner Flasche und setzt ihre äußere Belegung mit derinnern Belegung einer andern nicht isolirten Flasche in Verbindung, so werden beideFlaschen geladen. Dies kann man mit mehren Flaschen fortsetzen. Je großer dieZahl der Flaschen ist, desto mehr elektrische Materie nehmen sie in sich ss, und umso heftiger und verstärkter ist die Wirkung bei der Entladung. Die auf diese Artverbundenen Flaschen machen eine elektrische Batterie, deren Wirkung sich soweitverstärken läßt, daß man damit kleine Thiere todten, Metalldraht schmelzen kannu. s. w. Den Namen der leydner Flasche hat sie, weil Cunäus, Allemand undMusschenbroek diese Versuche zuerst in Leyden anstellten; Andre nennen sieauch nach Kleist, der denselben Versuch schon ein Jahr früher machte.

Flaschenzug, Polyspast, ein mechanisches Werkzeug zum Hebe» großerLasten. Es ist aus 2 Kloben oder Flaschen zusammengesetzt, deren jede mehreRollen enthält. Die obere Flasche ist befestigt, an der untern aber hängt die Last,welche durch ein um alle Rollen gehendes Seil zugleich mit der untern Flasche indie Höhe gehoben wird. Man kann hierbei annehmen, je niehr Rollen in jederFlasche befindlich sind, desto länger muß das Seil zum Heben der Last sein, unddesto weniger Kraft hat man nöthig anzuwenden; aber um so länger wird es auchdauern, ehe die Last einen gewissen Punkt der Höhe erreicht. Die Erfindungwird dem Archimedes von Syrakus zugeschrieben.

Flassan (Gaetan de Taxis de), amtlich angestellter Geschichtschreiberim Geschäftskreise der auswärtigen Angelegenheiten, stammt aus einer ursprünglichgriechischen Familie, welcher Papst Paul lll. 1536 die Herrschaft Flassen in derGrafschaft Venaissin verlieh. Sein Vater war Militair. Der junge Flassanward in derselben Milikairschule erzogen, aus welcher Napoleon, Chanipagny,Clarke, Bourgoing, Duroc >c. hervorgegangen sind. In der Folge hielt er sichlängere Zeit zu Rom auf, wo sein Bruder Oberofficier in der königl. Leibwachewar. PiuS VI. war ihm gewogen und gab ihm eine Laicnpfründe. 1181 kehrteer nach Paris zurück, wo er 1190 eine „slucittlu» clu elnoie«" herausgab. 1191begab er sich nach Koblenz zu dem ausgewanderten Adel. Nach der Auflösung desCondr'schen Corps bielt er sich 2 Jahre in Florenz und Venedig auf. Als dasSchreckenssystem in Frankreich gestürzt war, kehrte er zurück, wählte die diploma-tische Laufbahn und wurde als Chef der ersten Abtheilung im Ministerium derauswärtigen Angelegenheiten angestellt, nahm aber bald seine Entlassung. Der