Band 
Vierter Band. F bis G.
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oder verletztes Recht, so gehört die Beurtheilung und Entscheidung nach der Regelnicht der Ökonomie- oder Theilungsbehörde, sondern eü muß jede solche Angelegen-heit im ordentlichen Rechtsgange verhandelt und vom befugten Richter als wahreIustizsache entschieden wei den. Ist hierüber Alles berichtigt, dann erst schreitet dieÖkonomie- und Theilungsbehörde zur Theilung selbst, zu der dieselbe das zu thei-lende Grundstück geometrisch vermessen, eine Charte machen, die Vernieftungs-nnd BonitirungSregister ausarbeiten, den Theilungsplan vorlegen und ein Thei-lungSprotokoll oder einen förmlichen TheilungSreceß entwerfen läßt. Nach voll-endeter Theilung wird deren Bestätigung vom Landsherrn nachgesucht. Wie ei»TheilungSgeschäst ausgeführt werten soll, ersieht man au« Iucobi'S „Beschäftigun-gen mit rchemeinheitStheilungSmaterien" (Hanover 1803); fauch „Die Gemein-heiistheilungsverordnung für das Fürstenthum Lüneburg , mit einer Vorrede vonHofr. Iacobi" (Hanover 1803); „Über die Gemeinheitstheilung, und zwar von denGrundsätzen, wonach zu theilen" u. s. w., von dem Commisiair Ioh.Fr. Mever(Celle 1801, 2 Thle., 4.), und Klebe'g „Grundsätze der Gemeinheitstheilung"(Berlin 1824). X.

Gemenge nennt man aufDlaufarbenwerken die Beschickung zur Darstel-lung der blauen Farbe; auch nennt man wol auf den Hüttenwerken die Beschickungim Allgemeinen so.

G e in m e n, überhaupt kostbare Edelsteine, dann insbesondere solche Steine,in welche künstliche Figuren eingeschnitten sind. Die Griechen und Römer warenin dieser Kunst Meister, und ihre Gemmen werden am meisten geschäht. Die Steine,welche sie am häustgsten dazu wählten, waren Bergkrystall, Jaspis, Chalcedon , Car-neol, Onyx , Blutstein; dagegen verstanden sie noch nicht, den Diamant, Wniaragdund Topas zu bearbeiten. Man s. das Geschichtliche im Art. Stein schneidc-kunst; die vorzüglichsten Gemmensammlungen s. m. unter Daktylische k.

Gemminge n (Otto Heinrich, Freiherr v,), geb. 1138 zu Heilbronn , kur-pfälz. Kämmerer, Hoskammerrath u. Mitgl. der deutscheil Gesellsch. zu Manheim ,privatisirte seit I18i zu Wien, seit 1101 zu Würzburg , und als bad. Geh.-Rath zuHeitelbeig, starb 1800 z» Wien. Er hat sich durch s. Diderot '« „l'e,e<le i-uxille."»achgebild. „Deutschen Hausvater" (1. Ausg., Vdunchen 1180) eine Stelle unterden t eutschen dramatischen Dichtern erworben. Grvßmann und Geniminge» mach-ten zu Anfang der achtziger Jahre die ersten bedeutenden Bersuche seemscher Darstel-lungen aus dem Kreise des häuslichen Lebens, und Beide fanden eine um so dankba-rere Aufnahme, je mehr schon damals der Geschmack an dem Wilden und Aus schwei-fende» sich verloren hatte, und die Gattung, was eigentlich ihr Glück entschied, umdie nämliche Zeit in Iffland einen Dichter erhielt, der für sie geboren zu sein schien.Weniger bedeutend sind G.'S übrige Schriften.

Gemse, die einzige in Deutschland einheimische Antilopengattung. Sie be-wohnt die hohen Alpe» und beschneite» Felsenklippen in Tirol, Steiermark , Kärn-then, in der Schweiz, im ehemaligen Dauphin,', die Apenninen in Italien , diePyrenäen u. s. w. Sie liebt die dünne, reine Bergluft, und gewöhnlich halten sichzahlreiche Gesellschaften zusammen. Die Alpenkräuter sind ihre Weide. Von denHai ten Fasern mancher derselben bilden sich in dem Magen der Gemse schwarzbi aime,wohlriechende Kugeln von bitterm Geschmack, die man Gemskugeln oder europäischemVezoar (s.d.) nennt. Die Jagd der Gemse ist äußerst beschwerlich, indem sie Felsauf und ab und über Felsenspalten hinweg mit unglaublicher Behendigkeit setzt unddie drohende Gefahr nnt ihren großen hellen Augen gewöhnlich frühzeitig entdeckt.Bemerkt eine der gesellschaftlich weidenden Gemsen etwas Gefährliches, so gibt siedurch einen durchdringend pfeifenden Ton ein Warnungszeichen, stampft mit demFuße, und im Nu ist die ganze Gesellschaft auf der Flucht. Die Gemsenjager tretenum einer Flinte und einem Waidsack auf dein Rucken, einen cisenbeschlagenrn Ltock