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Geschichte der alten Grafschaft Thurgau mit Inbegriff der Landschaften und Herrschaften Kyburg, Thurgau, Abtei und Stadt St. Gallen, Appenzell und Toggenburg von ihren ältesten Zeiten an bis zum Uebergang der Landeshoheit an die Eidgenossen
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Dies alles geschah zur Zeit der Auflösung des abendländischenKaiserreichs, als die römischen Heermeister die kaiserlichen Hoheiten !

wie einen Spielball behandelten und der Rugier Odoaker dem letzten H

römischen Kaiser (476) den Szepter entriß und Italien als Königreich ^seiner Herrschaft unterwarf. s

9. Die Schwächung der Alamannen durch die Iraniren, Ostgoihen und

Burgunden.

Ungeachtet seit dem Tode des Kaisers Theodosius (395) die ver-schiedenartigsten Völkerschwärme das abendländische Römerreich durch-zogen, geplündert, verheert und endlich größern Theils in Besitzgenommen und neu bevölkert hatten, erhielt sich doch in allen altenProvinzen desselben ein Schimmer der Römerherrschaft, vor welchemselbst die gewaltigsten Heerführer der eingewanderten Völker sich ver-neigten. Die Könige der Franken , der Burgunden, Alamannen undWestgothen in Gallien , wie diejenigen der Sueben und Wandalen inSpanien und Afrika legten Werth darauf, von den in Ravenna resi-direnden, wenn auch machtlosen römischen Kaisern als Beamte desReichs anerkannt zu werden. Als Consuln, als Heermeister (magistrimilitnm), Patricier des römischen Reichs glaubten sie befugt zu sein,alle Herrschastsrechte und Länder, die der Kaiser nicht festzuhalten ver-mochte, sich anzueignen. Ein solcher Heermeister war anfänglich auchder Skire (oder Heruler) Odovakar (Odoaker , s. oben), der im Jahre 476den Kaiser Romulus Augustulus vom Throne stieß. Durch diesen Ge-waltakt wurden auch die zwischen den abendländischen Kaisern und denBurgunden, Franken , Alamannen u. s. w. geschlossenen Verträge ab-gethan und der Reichsverband aufgehoben.

In Gallien waren jetzt die Reste des römischen Gebietes diewillkommene Beute der Franken , Alamannen, Burgunden und West-gothen. Jeder eignete sich so viel zu, als sein Schwert erreichen konnte.Alamannifche Raubzüge streiften bis Trotzes. Die Burgunden breitetensich über die ganze Lugdunische Provinz aus, und ihr König machteLyon zu seiner Hauptstadt. Auch aus Besantzon, der Hauptstadt derSequanischen Provinz, und von den Ufern des Genfersees wurden dieAlamannen von den Burgunden zurückgedrängt.

Unterdessen drückten aber die Ostgothen von Dacien her auf das