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Geschichte der alten Grafschaft Thurgau mit Inbegriff der Landschaften und Herrschaften Kyburg, Thurgau, Abtei und Stadt St. Gallen, Appenzell und Toggenburg von ihren ältesten Zeiten an bis zum Uebergang der Landeshoheit an die Eidgenossen
Entstehung
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Einleitung.

Den Namen Thurgau trug ursprünglich das Thalgelände derThür von ihren Quellen am Fuße des Sentis bis zu ihrer Aus-mündung in den Rhein ; dagegen umfaßte die Gaugrafschaft Thurgauzur Zeit Karls des Großen die ganze nordöstliche Schweiz vomBodensee und Rhein bis an die Reuß und an den Fuß der Hoch-alpen. Nachdem dann der Zürichgau als besonderer Verwaltungsbezirkabgetrennt worden, bildete die Hügelkette des Allmann die südwestlicheGrenze des Thurgaus. Später lösten sich auch die Grafschaft Kyburg,dann die Grafschaft Toggenburg , zuletzt noch dasFürstenland " derAbtei St. Gallen , die Stadt St. Gallen und das- Land Appenzellvom Thurgau ab; die ehemalige Gaugrafschaft ward zur Landgraf-schaft und blieb auf die Grenzen eingeschränkt, welche jetzt den Kanton Thurgau bilden.

Diese Veränderungen im Umfange der alten Grafschaft sindmaßgebend für die geschichtliche Behandlung derselben. Zwei Wegeöffnen sich. Entweder kann die Geschichte der ganzen nordöstlichenSchweiz durch alle Zeiträume fortgeführt werden, so daß sie auchdie Geschichte der Kantone Zürich , Schwyz , Glarus , Appenzell undSt. Gallen mit derjenigen des Thurgaus zusammenfaßt, oder esberücksichtigt die Geschichte des Thurgaus diejenige der von der Graf-schaft Thurgau sich ablösenden Theile nur bis zur Zeit dieser Aus-scheidung, um im Verlaufe sich auf die engeren Grenzen der Land-grasschast und des Kantons zu beschränken. Die letztere Behandlungs-weise wurde hier vorgezogen. Zu diesem Verfahren bestimmte sowohll. i