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Geschichte der alten Grafschaft Thurgau mit Inbegriff der Landschaften und Herrschaften Kyburg, Thurgau, Abtei und Stadt St. Gallen, Appenzell und Toggenburg von ihren ältesten Zeiten an bis zum Uebergang der Landeshoheit an die Eidgenossen
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siebentes Muck.

Das Zeitalter Kaiser Friedrichs II.

1. Der Hohenstause Kaiser Kriedrich I. Gberherr der GrafschaftThurgau (11521190).

Der Verzicht des Herzogs von Zähringen auf das HerzogthumSchwaben hatte für den Thurgau die wohlthätige Folge, daß dadurchauch die Wiederholung der Fehden um die Vogtei über die AbteiSt. Gallen abgeschnitten und durch die Uebermacht der Hohenstaufenin Schwaben den Umgebungen des Bodensees ein lange dauernder Friedegesichert ward. Die Erschütterungen, welche durch die Wahl des Sachsen-herzogs Lothar zum König und durch die Aechtung des Schwaben-herzogs Friedrich II. und seines Bruders Konrad, der sich alsGegenkönig auswarf, im mittlern Deutschland verursacht wurden,pflanzten sich nicht in unsere Lande fort, und als nach dem TodeLothars (1138) der Stauser Konrad durch rechtmäßige Wahl auf denKönigsthron berufen wurde und zu einem Kreuzzuge sich rüstete, undsein Neffe Friedrich, der Sohn des Schwabenherzogs, 1147 unver-sehens das Gebiet des Herzogs Konrad von Zähringen überfiel,namentlich Zürich besetzte, wurde der Friede unverweilt wieder her-gestellt; der Zähringer mußte geloben, während der Kreuzfahrt desKönigs nach Palästina an dem Feldzug gegen die heidnischen Wendentheilzunehmen.

Als nach dem Ableben Konrads sein Neffe Friedrich I. , Roth-bart (Barbarossa) genannt, 1152 den Thron bestieg, tilgte er diebittern Erinnerungen, welche sein Gegner Konrad von Zähringen nochim Herzen tragen mochte, dadurch, daß er ihm bei der Besitznahmeder von König Lothar erhaltenen Lehen in Hochburgund und Pro-vence behülflich war. Schwaben übertrug er zwar seinem minderjährigenVetter Friedrich IV., dem Sohne des Königs Konrad, und nach dessenfrühem Tode dem eigenen, erst einjährigen Sohne Friedrich V. Daaber diese Herzoge lange unter seiner Vormundschaft standen und alsJünglinge vorzugsweise im Kriegswesen beschäftigt wurden, so bliebl. 22