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seufzte. Als er endlich ausgelitten hatte, ließ sie sich nach Basel in ein Frauenkloster bringen, wo sie in tiefer Trauer ihr Lebensendeerwarten wollte.
Dem Herzog Johann, von der Geschichte Johann Parricida ge-nannt, war es gelungen, einem schmählichen Tode durch die Fluchtüber das Gebirge zu entgehen. Dort entdeckte er sich dem Papste, derihn aber an den weltlichen Richter wies und zu Pisa gefangen haltenließ, wo er am 13. Dezember 1315 starb.
Alls den Gütern der Geächteten stiftete die Königin Elisabethdas Kloster Töß, und die Königin Agnes von Ungarn an der Stelle,auf welcher Albrecht verblutet hatte, ein doppeltes Kloster, für Männerund Frauen, zu „Königsfelden ", zur Sühne für die, welche mit Blut-schuld beladen und ohne eigene Schuld Habe und Leben verloren hatten.Aber viele dachten darüber, wie die Einsiedler Berthold Strobel vonOftringen und Nikolaus von Bischofszell: „Es ist ein schlechter Gottes-dienst, wer unschuldiges Blut vergießt und aus dem Raube Klösterstiftet. Gott hat Gefallen an Gütigkeit und Erbarmung."
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Von der Erhebung der Waldstätte bis zumSempacherkrieg.
1. Die Klagen der Abtei St. Gallen und der Maldstätte gegen Oesterreich vor Kaiser Heinrich VII. (1308—1313).
Unter dem Eindruck der Erinnerung an die von König Albrechtgeübten Gewaltthätigkeiten wurde Gras Heinrich von Lützelburg alsdessen Nachfolger gewählt, ein Mann von vielseitiger Bildung undausgezeichneter Thatkraft, wegen seiner durchgreifenden Handhabungdes Landfriedens schon von Albrecht geschätzt. Die Erneuerung desLandfriedens am Rhein war denn auch der erste Gegenstand, demHeinrich VII. seine Sorge widmete. Dann begab er sich nach Basel und in den Aargau . Aus der Rückreise beschäftigte ihn der Graf