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Geschichte der alten Grafschaft Thurgau mit Inbegriff der Landschaften und Herrschaften Kyburg, Thurgau, Abtei und Stadt St. Gallen, Appenzell und Toggenburg von ihren ältesten Zeiten an bis zum Uebergang der Landeshoheit an die Eidgenossen
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Urkunden von 850902 enthaltenen Angaben von Dingstätten gehörtenZum Zürichgau Uzzenriet (bei Uznach ), Rapoltskirch (Wetzikon ), Eggund Billikon, Dielsdors, Kempraten , Mönchaltorf , Ringwil, Höngg ,Uznach , Eschenbach , Dürnten. Aus diesen und spätern Angaben folgt,daß im allgemeinen die Wasserscheide zwischen der Töß und Glatt dieGrenze zwischen den beiden Gauen bildete. Dies hinderte aber nicht,daß ausnahmsweise im Jahr 878 der Graf des Zürichgaues im Turben-thal amtete und 902 Hinwider der Graf des Thurgaus in Mönchaltorf .Die Theilung war so neu und ungewohnt, daß in einer 870 zu Höngg ausgestellten Urkunde in Bezug auf Regensdorf , Affoltern , Weiningen ,Dällikon und Buchs gesagt ist: diese Orte sind im Thurgau gelegenoder, wie es jetzt heißt, im Zürichgau.

Fortan werden in unserer Geschichtsdarstellung die im Zürichgaueintretenden Veränderungen nun nicht mehr berücksichtigt.

Viertes Vurk».

Von der Ablösung des Zürichgaus bis zur Erhebungdes Herzogs Burkhard I.

1. Graf Adelhelm (857-859) und Adelbert II. (860894).

Ueber die Herkunft des Grafen Adelhelm sind keine ganz zuver-lässigen Angaben erhalten; geschichtliche Vorgänge jener Zeit führenjedoch zu der Wahrscheinlichkeit, daß Adelhelm ein Enkel des GrafenHunfrid von Rätien gewesen sei und Sohn oder Vetter des GrafenAdelbert. Daraufhin deuten schon die anklingenden Namen der rätischenGrafen Adelhelm und Adelbert. Ferner ist in dem Totenbuche desKlosters Beromünster der Name der Gemahlin König Ludwigs desDeutschen , Gräfin Emma von Lenzburg, eingeschrieben und dadurchauf die Ahnen der Grafen von Lenzburg, nämlich die rätischen Grafen,hingewiesen. Sodann hat König Ludwig am 15. Mai 857, als er inBodmen Hof hielt, den Diaconus Adelhelm mit einem zu Bußnang