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verwendet werden sollten. Auf die besondere Bitte des Abtes schenktePipin demselben auch eine Glocke. Fröhlich kehrte Otmar zurück, und vondieser Zeit an begann im Kloster erst das rechte Mönchsleben, das inder Folgezeit immer mehr verbessert und rühmenswerth ausgebildet wurde.
2. Stiftung des Klosters Keichenau (im Jahre 724).
Das liebliche Eiland des Unterstes, gemeinhin die An geheißen,wurde zuerst Sintlasau, dann Reichenau genannt, zum Unterschiedevon andern im und am Bodensee und Rhein gelegenen Auen, wie Mainan,Mehrerau , Rheinau. Die Insel war zwar dem Hegau zugetheilt; aberdas Kloster hatte so viele Besitzungen im Thurgau und übte daselbst somanigfache Herrschaftsrechte aus, daß die Geschichte von Reichenau auchvon unserm Standpunkt aus Beachtung verdient.
Es darf Wohl angenommen werden, daß in der wissenschaftlichenBlütezeit des Stifts irgend ein fleißiger Mönch die Schicksale des-selben zusammengestellt habe; aber die Unbill der Zeit hat leider keinesolche Arbeit bis auf die Gegenwart erhalten. Erst als die Blüteder Stiftung längst abgewelkt war, unternahm 1491 Gallus Oheim,ein Mitglied des Stifts, die mühevolle Arbeit, eine Chronik vonReichenau zu schreiben, die er bis zum Abte Friedrich fortsetzte.
Stifter der Reichenau war der heilige Pirminius , ein aus derPfalz gebürtiger missionirender Mönch des Benediktiner Ordens, umdas Jahr 724 Chorbischos in dem Castell Melcis, an der Grenze desfränkischen Reiches. Zu ihm kam Sintlas, der fränkische Landvogtdes königlichen Hausobersten Karl Martell , gesessen auf der HöheSandegg. Auf einer Reist — so meldet fromme Sage — nahmdieser glaubenseifrige Amtmann bei Pirminius Herberge, und ver-trauensvoll aufgenommen theilte er ihm mit, wie sehr das Christenthumin Alamannien , besonders in den Umgebungen des Bodensees, Nothleide und wie also diese Gegend eines Mannes bedürfe, der zur Be-kämpfung der heidnischen Verwilderung eine Pflanzschule christlicherPredigt und gläubiger Gottesverehrung errichtete. Die Folge dieserGespräche war, daß Pirminius sich bewegen ließ, mit Sintlas nachRom zu reisen. Die Erlaubnis, in Alamannien als Glaubensbote auf-zutreten, wurde dem fränkischen Chorbischof nicht verweigert; Sintlas