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Geschichte der alten Grafschaft Thurgau mit Inbegriff der Landschaften und Herrschaften Kyburg, Thurgau, Abtei und Stadt St. Gallen, Appenzell und Toggenburg von ihren ältesten Zeiten an bis zum Uebergang der Landeshoheit an die Eidgenossen
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Weihnachtfest feierte der König bei feinem väterlichen Freunde undBerather Bischof Salomo in Constanz , Mit ihm ließ er am Stephans-tage sich über die breite Wasserfläche des Bodensees nach Arbon setzenund von dort wie in einem Triumphzuge zur Galluszelle geleiten.Wohl zum ersten Mal auf dieser kleinen Reise schaute der König dieerhabene Gebirgswelt der Alpen in der Nähe, zum ersten Mal ineinem Kloster die bewunderten Schätze der Wissenschaft und Kunst,größeru Theils Erzeugnisse der klösterlichen Arbeit. Ueberrascht wurdeer von der Erziehungskunst der Klosterschule und dem stillen Ernstder versammelten Knaben und Jünglinge wie von ihrem harmonischenGesang. Drei Tage verweilte er unter den Mönchen, durch Scherzund Ernst in ihrer Unterhaltung ergötzt und belehrt. Dem Abte bezeugteer seinen Dank durch Vergabung des Reichsgutes Stammheim.

In welchen blühenden Hoffnungen mochte aber die Brust desalternden Bischofs sich erweitern, wenn er der unglücklichen Regierungs-zeit des Königs Ludwig gedachte! Bald sollte unter dem neuen Reichs-haupte alles, was Feindschaft, Ehrgeiz, Habsucht und grause Gewalt-that zertreten hatte, in frischer Frühlingssaat wieder aufblühen.

13. Die Klausnerin Miborada; Stiftung Bischofszells.

Neben der hohen Gestalt des Kirchenfürsten Salomo III. verdientals Charakterbild der Zeit besondere Beobachtung die fromme KlausnerinWiborada von Klingen.

Seit der heilige Gallus, dem Geräusche der Welt entzogen, indunkler Waldeinsamkeit durch Fasten und Beten und milden evange-lischen Zuspruch Gegenstand gläubiger Verehrung geworden war, fandendie Elenden und Mühseligen bei seiner Gruft in der Einsiedlerhütte,aus welcher sein Geist in die Höhen einer verklärten Welt hinaus-gehoben worden, Trost und Stärkung. Er hatte Bekümmerten den Pfadvorgezeichnet, auf dem auch sie zu freudiger Zuversicht ihres Seelen-heils gelangen möchten, bald in klösterlicher Gemeinschaft, bald instiller häuslicher Abgeschiedenheit. Allen Reichthum und alle Freudender Welt brachten sie zum Opfer, um, wenn auch unter Hunger undKörperschmerz, diese kostbare Perle des verborgenen Gottesreiches bisans Ende zu bewahren.