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Geschichte der alten Grafschaft Thurgau mit Inbegriff der Landschaften und Herrschaften Kyburg, Thurgau, Abtei und Stadt St. Gallen, Appenzell und Toggenburg von ihren ältesten Zeiten an bis zum Uebergang der Landeshoheit an die Eidgenossen
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tüchtige Männer und ausgezeichnete Kleriker und Mönche, die jener Ehe eut-sproßten, gekannt zu haben; aber hundert Jahre gehen vorbei, bis in derGeschichte der Name Toggenburg erwähnt wird, und dann ist zugleich auch vonden Besitzern der Burg der Name Notker schon aufgegeben.

Als nämlich Herzog Berchtold von Zähringen, Landgraf des Thurgaus,im Jahre 1044 zu Einbrach Landgericht hielt und die Klage des DomherrnHunfrid von Straßburg, daß er an seinem Erbrechte zu Einbrach von seinenVerwandten gekränkt worden sei, dem Gerichte vorlegte, wurden in dem darüberausgefällten Spruche neben Udalrich von Ustra und Herhart von Wisnangals Zeugen auch genannt Diethelm von Toggenburg und seine SöhneBerchtold und Udalrich (S. 302). Da die Propstei Einbrach von Hunfridmit Zustimmung seiner Schwester Adelheid schon 1038 dem Hochstift Straß-burg vergabt worden war, so wurde laut Spruch das Hochstist im Besitz der-selben bestätigt. Ob aber damals schon, aus verwandtschaftlichen Rücksichten,das Haus Toggenburg mit Einbrach belehnt worden oder erst später dazugelangt sei, ist nicht zu erkennen.

In dem von Abt Ulrich von St. Gallen 10771100 für KaiserHeinrich IV. gegen den Herzog von Zähringen und die Abtei Reichenau ge-führten Kriege, in welchem auch der Schirmvogt St. Gallens, Lütold vonRegensberg , und die Herren von Toggenburg gegen Abt Ulrich Partei ergriffen,war 1084 Folknand von Toggenburg Befehlshaber des auf Bernegg errichtetenBlockhauses. Er wurde 1085 überwältigt und erschlagen, aber als miles satisuodilis, oastsllanoruin potsntissiraus, auch von Seiten seiner Gegner geehrtund bedauert. Die Bezeichnung satis nobilio, gar edel, zeigt, daß er bereitszu den Hochfreien gerechnet und im Range den Grafen nahe gestellt wurde.Oastallanorum potsntissimus hieß er wohl als Besitzer nicht bloß der FesteToggenburg, sondern auch anderer Burgen, die ihm unmittelbar eigen odervon seinen Dienstmannen besetzt waren. Zu den erstern gehörte ohne Zweifeldie Lütisburg, die dem steilen Thalrande des Gunzenbach gegenüber denPaß in das obere Thurthal sperrte und im damaligen Kriege dem Besitzerdie Herrschaft über das Thalgelände sicherte.

Ein zweites Opfer der Herren von Toggenburg in jenem Kriege warder Verlust ihres Stammsitzes. Weil Diethelm, der Bruder Folknands, UMden Tod des Bruders zu rächen, den Leuten des Abtes großen Schaden zu-fügte, überzog der Abt die zu jener Zeit wegen ihrer unzugänglichen Lage undstarken Befestigung berühmte Toggenburg und es gelang ihm, sie in Brandzu stecken und zu verwüsten (S. 292). Zwar stellte sich dann Diethelm, unter-stützt von dem Kriegsvolk des Abtes von Reichenau und seines Bruders Burk-hard, Grafen von Nellenburg , bei der Kräzern auf, um dem Abte den Rückwegabzuschneiden; doch blieb ihm nichts anderes übrig, als zu den Trümmernseiner Toggenburg zurückzukehren.

Diethelm war nicht allein durch die gemeinsame Feindschaft gegen denAbt von St. Gallen, sondern auch durch Familienverwandtschaft mit demGrafen Burkhard von Nellenburg befreundet. Es folgt dies aus dem Umstände,