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Geschichte der alten Grafschaft Thurgau mit Inbegriff der Landschaften und Herrschaften Kyburg, Thurgau, Abtei und Stadt St. Gallen, Appenzell und Toggenburg von ihren ältesten Zeiten an bis zum Uebergang der Landeshoheit an die Eidgenossen
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Besitzungen und Schirnwogteien dix Grundlage zu dem Gerichtsbezirke desTannegger Amtes.

Welchem seiner Dienstmänner Bischof Heinrich die Burghut von Tannegganvertraut habe, ist aus den vorhandenen Urkunden nicht zu ersehen. Dagegenläßt sich vermuthen, daß Diethelm von Moos, 1361 Inhaber auf einerauf Tannegg gesetzten Gült von 15 Mütt Kernen, ein Nachkomme desselbengewesen, hiemit der Besitzer des bei Tußnang gelegenen Bürgleins Moosmit der Burghut Tannegg betraut worden sei. Von der Burghut verschiedenwar aber das Pflegamt oder die eigentliche Herrschafts- und Gerichtsverwaltung,welche 1310 an Konrad von Castel verliehen, im Verfolge dann aber vomBischof verpfändet wurde. Pfandherren scheinen die Rnggen von Tannegggewesen zu sein; aber einzelne dazu gehörige Einkünfte waren an Dritte ver-liehen worden und von diesen wieder von einer Hand in die andere geschoben.So trat jener Diethelm von Moos seine Gülte samt Burgsäß zu Tanneggan Johannes von Langenhard, den Sohn des Johannes von Langenhard,Vogts von Rapperswil , ab; die Bruder Johannes und Rutschmann vonLangenhard 1381 verkauften das 25 Mütt Kernen ertragende Burgsäß anden Ritter Hermann von Buel. Dieser zog auch noch den Quartzehnten zuEschlikon an sich, und sein Bruder und Erbe Walter verkaufte 1392 seineRechte zu Tannegg an Rudolf und Hermann von Landenberg-Werdegg.Endlich, um der willkürlichen Plackereien der Pfandherren sich zu entledigen,legten im Jahr 1409 die Vogteileute von Tannegg 1400 Pfund Heller zu-sammen und trug Fischingen noch 600 Pfund bei, um die Pfandschaft lösenzu helfen, wogegen Bischof Albrecht ihnen die Zusicherung gab, daß die Herr-schaft Tannegg nie mehr durch Verpfändung dem Bisthum entfremdet werdensolle. Allein erst 1412 verzichteten Elisabeth, die Wittwe des Rudolf Rnggvon Tannegg, und ihre Söhne Hans und Georius gegen eine Entschädigungvon 90 Pfund Heller auf das Burgsäß Tannegg, und 1414 erst kaufteBischof Otto von dem Ritter Hans von Bvnstetten und dessen Frau Annavon Landenberg die auf Tannegg lastende Gült von 25 Mütt Kernen zurück.

Fast wie ein Verlorner Posten der bischöflichen Dienstmannschaft lag dieBurg Sulzberg an der nördlichen Berglehne des Gvldachthales, rings vomGebiete der Abtei St. Gallen umgeben, an der Straße von St. Gallen nachRorschach . Seit den ältesten Zeiten der Geschichte der Abtei St. Gallen hattesich der Bischof von Constanz im Besitze eines Hofes zu Goldach behauptet,den zu schützen die Burg Sulzberg bestimmt war; indessen erscheint erst1277 der Name des Burgherrn Rudolf von Sulzberg, eines constanzifchenDienstmannes. Nachfolger desselben waren 12801294 Hermann, 1282Konrad, 1313 Heinrich Walter und Eberhard. Die dem Bischof schuldigeDienstpflicht hinderte sie nicht, über eigene Güter frei zu verfügen; denn alsGertrud, die Wittwe Hermanns von Sulzberg, den Hof Tutwil, bischöflichesLehen, ihren Söhnen, den Rittern Rudolf und Hermann überließ, verkaufteRudolf jenen Hof an den Abt Heinrich von St. Gallen um 43 Mark Silber ,und der Abt verlieh ihn 1282 seinem Dienstmann Heinrich, Sohn der Frau