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13. Die Zähne König Rudolfs als Grafen von Kyburg .
Seit die Herrschaft Kyburg an das Haus Habsburg gefallen war,verlor die Burgfeste Kyburg ihren alten Glanz. Unter den letztenGrafen Ulrich und Hartmann war sie der Mittelpunkt gewesen, inwelchem die Edeln und Ritter der vom Walensee bis an den Rhein und von der Aare und Reuß bis an den Bodensee ausgebreiteten Land-schaft zu Festen und Kriegsrüstungen sich zu versammeln, wo sie dieBestätigung von Lehen zu erbitten, treuen Gehorsam in Noth undGefahr zu geloben pflegten. Jetzt war die Feste zwar noch dadurchausgezeichnet, daß auf derselben die königlichen Reichskleinode auf-bewahrt wurden; daneben war sie aber nur noch Wohnsitz eines Burg-vogtes. Der Landesherr fand sich nur selten ein, um nachzusehen, obseine Diener ihre Pflichten erfüllten, oder Anordnungen zu Aender-ungen zu treffen. Unter den Vögten ist vor andern aus genannt Jakobder Hofmeister von Frauenfeld . Er trug den Titel eines Hofmeisters,weil er die Erträgnisse der herrschaftlichen Güter zu sammeln und zuverrechnen hatte. Er war jedoch nicht nur Verwalter, sondern auchKriegsmann, als Führer der aus den Herrschaften Kyburg und Frauen feld gesammelten Kriegsleute im Streite gegen den Abt Wilhelm vonSt. Gallen, ebenso klug als tapfer und von den Gegnern gefürchtet.
Nur einmal noch leuchtete Kyburg gleichsam in Abendröthe. Nach-dem Rudolf seinen ältesten Sohn Albrecht mit Oesterreich belehnthatte, dachte er dem Liebliugssohn Rudolf ein Fürstenthum in denobern Landen, an der Aare und am Bodensee zu verschaffen. SeinenKriegszügen in Kleinburgund und gegen den Abt von St. Gallen unddessen Verbündete wird namentlich dieser Zweck zugeschrieben. Auf dieserGrundlage scheint auch der Ehevertrag geschlossen worden zu sein, dener mit König Ottokar von Böhmen einging, als dessen Tochter Agnesdem Herzog Rudolf verlobt wurde. Diese Verbindung kam im Jahre1288 zu Stande. Die am 8. Januar 1288 von Herzog Rudolf zuGunsten der Kapelle Neuenzell auf Kyburg ausgestellte Bestätigungs-urkunde einer königlichen Schenkung und die am 6. Januar 1289 vondemselben dem Ritter Konrad von Tilendorf ebenfalls auf Kyburg verschriebene Verleihung des Kornhauses Zürich lassen vermuthen, daßdas fürstliche Ehepaar nicht nur damals auf Kyburg wohnte, sonderndie kyburgische Landschaft als sein Erbe betrachten durfte.