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Geschichte der alten Grafschaft Thurgau mit Inbegriff der Landschaften und Herrschaften Kyburg, Thurgau, Abtei und Stadt St. Gallen, Appenzell und Toggenburg von ihren ältesten Zeiten an bis zum Uebergang der Landeshoheit an die Eidgenossen
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Als Rächer für den Tod ihres Vaters führten die jungen Herzogeeine große Streitmacht in den Aargau ; denn sie waren noch ungewiß,ob nicht ein Theil des Adels und der durch Erbschaft dem HerzogJohann zugewandten Landschaften ihnen Widerstand leisten werde. In-dessen lahmte der Abscheu vor dem geschehenen Königsmorde die Händeder treuesten Freunde Johanns, und nach der über ihn ausgefälltenKönigsacht wollte niemand, der nicht durch Knechteseid gebunden war,sein Leben in einem Streit einsetzen, der als Verbrechen gegen dasReich verpönt und von der Kirche mit dem Bannflüche bedroht war.Die Burgen Eschibach, Rüßegg und Maschwanden, welche dem Frei-herrn von Eschenbach gehörten, wurden daher ohne großen Widerstandgenommen und gebrochen. Dasselbe geschah mit den Burgen Ulrichsvon Balm (Fahrwangen und Altbüren). Walter von Eschenbach konnteüber den Rhein entfliehen und lebte unerkannt noch 35 Jahre langals Schafhirt, bis er sterbend dem Priester sein Geheimnis beichtete.Auch die Schnabelburg auf dem Albis wurde erobert und zerstört. Esgeschah dies mit solcher Anstrengung, daß die Herzoge sich genöthigtsahen, für den Schaden, der dabei der Stadt Zürich erwachsen war,200 Mark Silber zu zahlen.

Das erbarmungswürdigste Schicksal traf den Edeln Rudolf vonWart . Seine Burg, auf reizender Höhe im Tößthale gelegen, wurdegebrochen und zerstört und all sein Eigenthum entwendet. Auch dieBurg Multberg, Sitz seines Bruders Jakob, der weder an der Ver-schwörung gegen den König theil genommen noch seine Hand gegenihn erhoben hatte, wurde verbrannt. Rudolf, als er nach Avignon zuPapst Clemens V. flüchten wollte, um ihm zu beichten und um Schutzund Hülfe zu bitten, wurde in Burgund von dem Grafen Dietboldvon Blamont, dessen Gemahlin mit ihm blutsverwandt war und beidem er Herberge zu finden gehofft hatte, gefangen genommen und denHerzogen von Oesterreich ausgeliefert. Vor ein Landgericht zu Winter-thur (oder zu Brugg ) gestellt und der Blutschuld an König Albrechtangeklagt, konnte er zwar nicht in Abrede stellen, ein Freund undGetreuer des Herzogs Johann, wie schon seines Vaters Rudolf, ge-wesen zu sein, aber auch beschwören, keine Hand an den König gelegtzu Habens?). Dennoch wurde er zum Tode auf dem Rad verurtheilt.Seine Gattin Gertrud kniete betend drei Tage lang bei dem Rade, aufdem er mit zerschlagenen Gliedern nach Erlösung aus der Todesqual