sämtlichen Herrschaften des toggenburgischen Hauses, und er vermehrtedenselben noch mit der Halste des von dem Freiherr» Donat von Vatzin den rätischen Landen hinterlassenen Erbes, außerdem durch den An-kauf der Burg Rüdberg und der Vogteien Renggerswil, Peterzell undBütschwil im Toggenburg, sowie der Vogtei Erlenbach am Zürichsee und der Burg Fragstein im Prättigau .
6. Kromme Stiftungen; Kalchrain und KlingenM; Bruder Zuko.
Den Zorn des Himmels über eigene und fremde Sünden zu ver-söhnen, stiftete um diese Zeit der Freisinger Bischof Konrad vonKlingenberg das Kloster Mariazell zu Kalchrain. Wenn Konradderselbe ist, der als Dompropst von Constanz 1308 auf Befehl desKönigs Albrecht in Zürich gefangen genommen und nur durch dieBemühungen seiner Verwandten wieder befreit wurde, so muß er vonAlbrecht verkannt worden sein oder seine Stimmung gegen Oesterreich sich sehr geändert haben; denn als im Jahr 1323 der Papst Johannesden an das Bisthum Brixen gewählten Konrad von Klingenberg aufden erledigten Stuhl Freisingen versetzte, die Domherren ihm aber dieAnerkennung verweigerten und König Ludwig noch 1325 sie in ihrerWeigerung bestärkte, nahm Herzog Otto denselben 1327 in seinen Schutz,,und 1330 versprach der Bischof, den Herzogen Albrecht und Otto mitseinen Festen gewärtig zu sein. Indem er Kalchrain stiftete, wollte ervermuthlich zugleich dem durch die Bürger von Rottwil erschlagenenRitter Johannes von Klingenberg ein Andenken setzen. Unglücksfälledurch Feuer haben die Stiftungsbriefe vernichtet; doch weiß man, daßdie Schwestern zu Kalchrain die Kirche zu Herdern schon 1331 an sichkauften. Auch gegen Tänikon erwies sich Bischof Konrad wohlthätig,indem er dahin 1331 eine Vergabung von jährlich zehn Saum Weinmachte, doch mit der Bedingung, daß dieser Wein wirklich unter dieSchwestern ausgetheilt werde, widrigenfalls derselbe dem Domcapitelzu Constanz anheimfallen sollte.
Beinahe zu gleicher Zeit entstand die Propstei Klingenzell. DenRitter Walter von der Hohen-Klingen schreckte das Gewissen, als erbeim Jagen auf dem Berge oberhalb Eschenz und Mammern in Todes-gefahr gerieth. Ihm mißlang ein Stoß auf ein wildes Schwein insolchem Maße, daß das Thier rasend auf ihn losstürzte, und der tapfere