s
Sehr großes Aufsehen machte die Normalschule im achtenund neunten Dezennium des verflossenen Jahrhunderts. Manfieng 178Z damit einen Versuch in Noschach an, und da die-ser über alle Erwartung gelang, so wurde diese Anstalt auchan andere Ortschaften deS St. Gallischen Gebietes, z. B.St. Fiden, Goßau, Wyl, Waldkirch u. s. w. verpflanzt. DerFürstabt Beda sah dieses Beginnen nicht nur mit Wohl-gefallen, sondern unterstützte eS auch mit ansehnlichen Gaben,zeichnete die Lehrer ehrenvoll auS und bezahlte den Druckmehrerer tausend Elementarbücher, Schreib- und Aechnungs-tafeln u. dgl. mehr. Hätte nicht der FanatiSmuö sein Hauptgegen die junge Pflanze erhoben, so wäre sie bald zu einemstarken Baume erwachsen und ein Segen für die Landschaftgeworden. Aber Nachteuleu im Priester- und Laienrocke haß-ten daS Licht, witterten eine Annäherung, oder doch Sym-pathie, mit dem Protestantismus und wiegelten geheim undöffentlich daS Volk gegen die neue Lehranstalt auf. Umsonstsetzte sich Beda solchen Umtrieben, die auch bald nachher beiEinführung des neuen Katechismus sich wiederholten,entgegen; daS Volk war einmal mißtrauisch geworden; eineoffene Fehde gegen Dummheit und Aberglauben hätte es mehrerbittert als beruhiget; es blieb nur ein einziges Mittel: daSGute im Stillen zu fördern und dessen allgemeine Verbreitungbessern Zeiten anheim zu stellen. So dauerte die Finsternißfort, bis der Anfang des illten Jahrhunderts mitten untergroßen politischen Wirren eine schöne Morgenröthe wichtigerReformen im Lehrfache am vaterländischen Horizonte einher-sührte ^). Im Innern deü Stiftes blühten freilich nicht mehrdie Schulen einer in ganz Europa berühmten Vorzeit; aberein neuer Zweig von Litteratur und praktischer Anwendung,die Mathematik, erwachte wieder unter Beda und gediehbald zu schönen Fortschritten, weil dieser zuerst den Eiferund die Kenntnisse deS P. Bernard HanneS, dann P.
,*) Siehe Beilage 4, und v-