1L
vorwurf des Krieges ist, eben so dieses Metall der Spornaller militärischen Vorübungen seie? Nur auf seinen klingen,den Ton rauschen die Trommeln, blitzen Bajonette und schwingtsich der Säbel; da hingegen beim Mangel dieses Zauber-mittelS alles erstarret und selbst der hehre Muth in der Brustdes Jünglings erlöscht.
Dem weltcrfahrnen Beda konnte dies Arkanum derFortschritte in den KriegSübungen nicht verborgen sein. Erwies sehr ansehnliche Summen an; versah eine große An-zahl der Eliten mit Montur und Waffen; machte ihnen zumZeichen seiner Zufriedenheit andere Geschenke; gab ihnenFreudenfeste und that alles, um den ächt schweizerischenMilitärsinn unter seinem Volke zu beleben und zu erhöhen.
Das war freilich wieder ein Verbrechen in den Augenseiner unpatriouschen Feinde. Aber that hierin Beda nicht,was jeder gutdenkende, großherzige Fürst an seiner Stellewürde gethan haben? Wer darf dieß, ohne von Leidenschaftoder Vorurtheil verblendet zu sein, in Zweifel ziehen?
6. Innere GährungimStifte,Beschuldigungencini.
ger Mißvergnügten und Prozeß gegen Beda.
Die Gegner LeS unvergeßlichen Fürftabtes Beda geste-hen selbst ein, daß das Stift St. Gallen von jeher, auchunter den sparsamsten Aebten Schulden hatte und es vondieser Plage seit i4oo nur drei einzige Male frei war- ^).
Der Grund davon liegt darin», weil die StaatSauS-gaben, welche das Stift als Regem der alten und neuen Land.schaft (deS ToggenburgS) zu bestreiten hatte, die Einnahmeder öffentlichen Abgaben und Gefällc weit überstiegen. DasDefizit mußte also durch die klösterlichen Nevenüen gedecktund diese folglich geschwächt werden.
') S. „Ursachen der Aufhebung des Stiftes St. Gallen, inzwei Briefen- isoZ." Von I. v- Arx.