Außerordentliche Zufälle nöthigten Beda zu außeror-deutlichen Ausgaben/ die er nicht anders, als durch Anlci-hen erschwingen konnte. Die während der Theurung von 1770geborgten Gelder wurden von ihm nicht zurückbezahlt, weilder unmittelbar darauf folgende Straßenbau von Roschachbis Wyl, die ganz neue Aufführung der Pfalz oder deS Hof-gebäudeö in St. Gallen/ deS Salz- und Kaufhauses zu Ro-schach und der Brücke zu Oberbüren alle disponibeln Sum-men in Anspruch genommen hatten. Die jährlichen Zinsejener Schuld brachten natürlich eine Lücke in die Einnahmedes Stiftes und man sah sich gezwungen, diese Zinse durchneue Anleihen abzutragen.
Dieses erhöhte den Passivstand des Stiftes und ver-breitete Schrecken unter einigen seiner Mitglieder, die eng-herzig mehr die Vortheile des Stiftes, als jene des Landesberechneten. Sie machten kräftige Vorstellungen an Beda,die dieser gütig aufnahm und zu berücksichtigen versprach.Da aber die Sache nicht rasch den Gang nahm, welchen dieMißvergnügten, an deren Spitze der nachherige Abt Pan-kraz stand, wünschten; so verklagten sie ihren Fürsten zuerst bei den Visitatoren der schweizerischen Benediktiner-Kongregation» den Aebtcn von Einsicdeln und Muri undauch bei andern Prälaten, dann bei der römischen Nuntia-tur in Luzcrn, und endlich bei Pabst PiuS VI. selbst. Soentstand eine Art Prozeß zwischen Beda und einer Mino-rität seiner Konventualcn, der einige Jahre dauerte und zuGunsten deS Erster» endete. Man warf dem Fürstabt Bedaeigentlich vier Punkte vor: i) er habe große Schulden ge-macht; 2 ) die Rechte deS Kapitels verletzt; 3) die klöster-liche Zucht habe unter ihm abgenommen, und 4) er schenkesein Zutrauen Leuten, denen er nicht sollte. Für den erstenPunkte waren Gründe vorhanden; der zweite bezog sich bei-nahe ganz auf den ersten; der dritte war von keinerBedeutung und halte höchstens auf die Nachsicht und GüteBedaS gegen Fehlbare Bezug; der vierte endlich beruhte