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Geschichte des ehemaligen Stiftes und der Landschaft St. Gallen unter den zween letzten Fürstäbten von St. Gallen, besonders während den Jahren der helvetischen Revolution bis zur Aufhebung des Stiftes / von Franz Weidmann, gewesenem Mitglied des aufgehobenen Stiftes St. Gallen und vormaligem Bibliothekar an der kathol. Kantonal-Bibliothek in St. Gallen
Entstehung
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17
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Man rügte an Beda die Freigebigkeit; aber gegen wenbewies er diese? Die ganze Schweiz und das benachbarteGermanien wußte eS: nur gegen sein liebes Volk/ gegen ver-diente Männer des Staates und ihre Familie»/ gegen Kir-chen/ Schulen und andere öffentliche Anstalten/ bisweilenauch sogar im Auslande gegen Arme und Verunglückte.Sollte nicht das Vermögen der Klöster/ neben dem Unterhaltedes eignen PersonalS/ so verwendet werden?

Für mathematische Instrumente/ für die Bibliothek/Kirchenzierden und religiöse Gegenstände gab Beda ansehnlicheSummen her. So wuchs z. B. die alte berühmte Bibliothekunter ihm nur ,, in einem Zeitraume von nicht vollen 12 Jah-,, ren (1780 1792) um mehr als 4ooo Bände an, woruntersich nebst einer Menge seltener/ gesuchter, auch neuester»Werke, eine gute Anzahl nicht unbedeutender Handschriften» und eine Menge schätzbarer typographischer Alterthümer be-

fand.-Ueberdieß wurde ein Anfang zu einem Natu-

»ralienkabinet von einigen 1000 Stücken, worunter recht» viele seltene waren, und nicht zu verkennende Fortschritte»in der Numismatik und Artistik gemacht.

»ES bleibt die ausgezeichnete Freigebigkeit des Ersten»Mäzenaten (Beda) unverkennbar; die leichten und an-»genehmen Schatten der kleinen Gutthäter taugen nur besser»dazu, die Großmuth des erhabensten Stifters in einem schö-»nern und glänzender« Lichte zu erheben. Sie schimmert als»Sonne unter den kleinen Gestirnen" u. s. w. *).

Wir gehen nun zu den Hauptbeschuldigungen über, welchedie Mißvergnügten gegen Beda erhoben. Nach ihnen war erein übler Wirthschaftet' und Vergeuder, ein gar zu sorgloser undnachgiebiger Regent und ein willkührlicher Unterdrücker derKapitelörechte. Auf diese Anschuldigungen bei den Visttato-ren u. s. w. wurde ihnen erwiedert, was folgt:

") S. Nr. 1285 der Handschriften der St. Gall. Bibliothek,Vorrede itcs und 2tes Blatt, von Joh. Nepomuk Hauntingcr.

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