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setzten sich oft darüber hinweg, um Anhänger und Gönnerfür ihre Sache zu suchen.
Bevor wir in ihre Hauptbeschwerden gegen Beda ein-treten, sei hier die Stelle für einige von geringerem Belange.Man warf ihm eine zu große Prachtliebe vor. Aber worinthat er mehr als andere gefürstete Aebte in Helvetien oder dieReichsprälaten in Schwaben? Findet man darin Luxus oderVerschwendung, wenn der ehemals so -angesehene Abt vonSt. Gallen sich ein paar Postzüge und Wagen für Reisenhielt? wenn er überhaupt, besonders aber bei öffentlichenAnläßen, die ihm erzeigten Dienste seinem Range und seinerWürde gemäß belohnte?
Nie wagte man seine sogenannte Prachtliebe auf seineWohnung, Tafel und Kleidung auszudehnen. Der geringsteNeichsprälat in Schwaben lebte auf einem weit höher« Fuße.Vornehme Reisende fanden es auch unter der Würde einesLandesherr« und Abten eines so berühmten Stiftes, daßBeda diese Einfachheit in seinen Umgebungen und eine an-derswo ungewöhnliche Frugalität beobachtete.
Wahr ists, er verkaufte ein paar Bauerhöfe und handeltediesfallö klug; denn im Durchschnitte genommen, warfen dieverpachteten Stiftsgüter kaum zwei Prozent reinen Ertragab und diese wurden noch oft durch Baulichkeiten, Repara-turen u. dgl. aufgezehrt. Das Kapital an baarem Gelde hattealso mehr Werth und gab höhere Interessen, als Grundstücke.
„Nach einer jeden Zahl, die einen Buchstaben bedeutet, soll„ein Punkt gemacht werden, damit die einfachen und doppelten„nicht verwechselt werden : ist das Wort geendet, so mache man„zwei Punkte : Mariästein würde daher so geschrieben werden:„ 12. 6 . 19. 4 . 6 . 20. 21. 2. 4 . 16. Bei den doppelten Buchstaben„muß die nämliche Zahl doppelt gesetzt werden." Weiter liest man:„ L-äressii-en Sie die Briefe, welche ich gewiß selbst erhalten soll,„an BonifaziuS Gämperle, Schreiber und Schullehrer zu„Peterzell, oder an Dominikus Büchcler, Meßmer auf„dem Hemberg. Die Briefe an den erster» erhalte ich geschwin-der, an den zweiten später." Noch sind zwei andere Alphabetevorhanden.