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Geschichte des ehemaligen Stiftes und der Landschaft St. Gallen unter den zween letzten Fürstäbten von St. Gallen, besonders während den Jahren der helvetischen Revolution bis zur Aufhebung des Stiftes / von Franz Weidmann, gewesenem Mitglied des aufgehobenen Stiftes St. Gallen und vormaligem Bibliothekar an der kathol. Kantonal-Bibliothek in St. Gallen
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so

römischen Hofe aus eine apostolische Visitation zuerhalten. Diese sollte zwar durch die Acbte von Einsiedelnund Muri/ aber mit höherer Vollmacht/ als gewöhnlich/vorgenommen und ihnen noch der Abt von Pfeffers bei-gegeben werden. Diesen letztem hatte P. Pankraz Vor-ster auf seiner Reise nach St. Morizen im Engadin den4. Augftm. 1786 persönlich besucht und ihn für die Sacheseiner Partei zu gewinnen getrachtet. Das Gleiche geschahauf der Rückreise nach St. Gallen.

PiuS VI. hatte indessen dem Fürstabten Beda in einemeignen Breve den 10 . Juni 1786 eröffnet/ er hätte die Unter-suchung der Beschwerden seiner Untergebenen dem Abte zuEinfiedeln aufgetragen. Dieser letztere befaßte sich wirklichmit dem Geschäfte und theilte Beda die Schriften und Briefeseiner Gegner mit. Der Bericht an den heil. Vater ist zwardem wörtlichen Inhalte nach unbekannt geblieben; doch mußer für Beda günstig gelautet haben/ indem der Pabst die vondiesem nachgesuchte Resignation von seiner Stelle in einembesondern Breve v. ii.Juli 1788 ablehnte^)/ den Mißvergnüg-ten aber Stillschweigen gebot.

So unterblieb also die so sehnlich gewünschte apostoli-sche Visitation/ und den Mißvergnügten blieb keine andereWaffe mehr/ als gegen das Sendschreiben Sr. Heiligkeit/welches ihnen Stillschweigen auferlegte / zu protestiren / weiles sub- und gegeben worden wäre.

Während dieses vorgieng/ sprach sich der Unwille gegendie Handlungen der Mißvergnügten im Innern des Konventssowohl unter denen zu St. Gallen als anderstwo befindlich

«I-SMUS. Lt körte Iioc unum in lucri xgrts comxutsnäuin veeil.

«kscein Interim composnlmns, smuistism-soeeptariinns.»

-S-kr. />. 6. L. 1. I. 178.

Als Ursache dieser Ablehnung wird zwar nur die Besorgnißvor unruhigen Bewegungen bei einer neuen Abtwahl angeführt;allein hätte der Pabst wirkliche Fehltritte im bisherigen Beneh-men des Fürstabten gefunden/ so würde er dessen Resignation ge-wiß angenommen haben.