28
Erhaltung des Stiftes auch gut, indem sie ihren Fürstabtcnanhalten wollten/ die Schulden zu bezahlen / durch welche siedie Existenz des Stiftes gefährdet glaubten. Daß währendder Spannung von beiden Seiten Schwachheiten vorfielen/ istmenschlich; daß eS aber nie zu roher Leidenschaftlichkeit undPflichtverletzung gekommen/ ist Tugend.
Beda hielt es für seine eigene und deö Stiftes Ruhefür zweckmäßig/ die vorzüglichsten seiner Gegner auf eineZeit lang von St. Gallen zu entfernen.
So wanderte bald nachher das Haupt der Opposition/Pankraz Vorster/ begleitet von Gerold Brandenberg/der so eben noch als Offizial der St. Gallischen Curia mitihm einverstanden seine Sache befördert halte/ nach Ebrin-gen im BreiSgau/ einer Besitzung die damals noch demStifte St. Gallen angehörte. Etwas später folgte ihnenAmbrosiuS Epp von Rudenz und zuletzt Jldephonöab Arx eben dahin/ wo alle vier in brüderlicher Eintrachtmehrere Jahre eine Art freundlichen Exils verlebten. Lau-nig hat sie einer aus ihnen in kurzen Umrissen so gezeichnet:
„Vier sind der Brüder/ von verschiedener Neigung geleitet;
Pferde erfreuen den Ersten 0/ schwer wandelnde Rinder den
andern D /
Hunde den Dritten b), — nichts durchaus liebet der Viertes/
Sondern er ist ein Feind und Hasser der Menschen und Thiere. S)"
^>) G- Brandenberg/ ein mit der altern klassischen Litteraturund der Geschichte vertraute" Mann und guter Redner; er hatein geschätztes Tagebuch hinterlassen und eine Fortsetzung derStiftSckronik begonnen.
2 ) P. Vorster.
3) A. Epp/ ein frommer ASzet/ hat sich später als trefflicherOekonom auf dem Hofe des Nonnenklosters zu Glattburg bewährt.
I. ab Arx/ ein bei zunehmendem Alter überaus humaner undgefälliger Gelehrter.
5) 8unt kratrum guatiror älverals inolIln/8 acti,
kriinus gsuäet oguis, vsecis ?!uclet alter o^tiinis,
Tertius aätieitur esnidus; iiil ciiligit iisgue
c^tmrtns er 08 t liomirinin, xeenclumgus inimleus Lt vsvr.
ö. 6.