bestand in mehrern Skeletcn oder Gebeinen sogenannter römi-sch e r M ä r ty re r, deren er auch noch später einige kommen ließ.
Die Uebersetzungen ('Hsimisriones) dieser Reliquien gieri-gen immer sehr feierlich durch Umzüge und stnnbildliche Dar-stellungen, wozu die Lebens - oder Todeögeschichte der Heiligenden Stoff hergab, vor sich ^). Man sah bei solchen Festen dieverschiedensten Schattirungen von heidnischen und christlichenRollen vorgestellt, Engel und Teufel, Kirchenvater undGötzenpriester, Kaiser und Waldbrüder, Henker und Jung-frauen, römische Liktoren und Mönche in langen Reiheneinherziehen. Dabei gab es bisweilen einen lustigen Schwank,wie zu Brügge» mit einem Schuster, der St. Martin inxonMesliKus vorstellte, welchem der Ortspfarrer zurief:»Schuhmacher St. Martin, du »erst- Kalb, tritt hervor"!Manche Gemeinde verbat stch das Geschenk von heil. Kör-pern mit dem Verdeuten, ste seien mit den alten Heiligenund den Landespatronen GalluS und Othmar zufrieden. —
Wem wird noch auffallen, daß I. Walser im Sommer1770 zwei Landleute, die stch am Kaplan B. in Mörschweilnur sehr leicht vergriffen haben sollten, in Bann legtet undin gleichem Jahre den St. Magnuöstab von Füßen gegen dieMäuse kommen ließ ^).
9. Oekonomie des Stiftes; Fehler derselben.
Die Oekonomie oder Hauswirthschaft im Stifte undden von ihm abhängenden Häusern war, wie in vielen an-dern Klöstern, seit langer Zeit her auffallend schlecht.
Für daö zahlreiche und verschiedene Personale fanden
»und Schussenried, ja denPabst selbst und besonders St. Gal-»len angeführt und in großen Schaden" (durch Erbauung vonKirchen und Klöstern auf fremde Kosten) »gebracht hatte, unter-» stund er stch nochmals. St. Gallen zu täuschen." GeschichtlicheDarstellung, u. s. w.
2 ) Siehe Beilage 5.
D Siehe Beilage i.
D Siehe Beilage 2 .