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Geschichte des ehemaligen Stiftes und der Landschaft St. Gallen unter den zween letzten Fürstäbten von St. Gallen, besonders während den Jahren der helvetischen Revolution bis zur Aufhebung des Stiftes / von Franz Weidmann, gewesenem Mitglied des aufgehobenen Stiftes St. Gallen und vormaligem Bibliothekar an der kathol. Kantonal-Bibliothek in St. Gallen
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täglich acht gewöhnliche Tische oder Tafeln statt, die klei-nern und besondern nicht mitgerechnet; man denke sich diestarke Konsumtion! Zum Gebrauche der Küche wurde täg-lich ein Eimer (Z2 Maaß) Wein geholt; natürlich, daßdabei die Köche nicht, wie TantaluS, Durst litten. Hospi-talität, im weiter» Sinne des Wortes, war kaum in einemandern Kloster der Schweiz größer als hier, wo sich nebenwürdigen Ankömmlingen oft auch mancherlei AventürierS aufgeraume Zeit einnisteten ').

Wozu führte das tägliche offene Tafel halten in denStatthaltereien zu Wyl und Roschach? Wäre es nicht miteinem einzigen Kapitularen und einem Schreiber daselbstgenug gewesen, und hätte man nicht den Pfarrer in'S Pfarr-haus , den Beichtiger aber in'S Nonnenkloster versetzen kön-nen? Aber man liebte mehr eine Art von Hofstaat, großesPersonale, Livree und Equipagen. Von großen Vortheilenwäre eS gewesen, wenn daö Stift St. Gallen, anstatt soviele Individuen bloß dem Chöre zu wiedmen, die fähigstenaus ihnen zu Aufsehern über Bauerhöfe, Zehent-und Forst-bezirke u. s. w. bestellt hätte. Dadurch hätten sich diesemit den Zweigen der Landwirthschaft bekannt gemacht,Güter und andere Dinge wären besser angebaut und die Ge-fällt richtiger bezogen worden.

Durch übel verstandene Freigebigkeit pflanzte das Stifteigene Bettler. Es gab in den beiden Pfarreien des Gaiser-waldes, St. Josephen und Engelburg, Haushaltungen,die den sogenannten Klofterkübel oder Suppe für eineArt von Vermögen und Hcirathsgut, worauf sich wenigstensein Mitglied, dem der Kübel zufiel, verehelichen durfte,als Aequivalent für ioo Thaler ansahen. So erzog sich das

') P. G. Br. klagt über den Kommandeur und KanonikusBitter von Rapperschwyl, der in dem Vorhaben eines zwischenBaiern und dem Abt zu St. Gallen abzuschließenden Salzkvntrak-te§ sich Monate lang in St. Gallen und Roschach aufhielt.

I. I. »3S.

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