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eingeschlichene Mißbrauche und Fehler der Regierung, undforderten — zuerst bescheiden — dann mit Ernst, Rechteund Freiheiten, welche ihren Ansichten nach dem Volke vor-enthalten würden.
Diese drei Männer hatten sich durch öfter« Umgang mitbenachbarten freien Schweizern, vorzüglich in der GemeindeHerisau, in ihren Grundsätzen zu Demokraten gebildet. Kaumbegann noch in der Stille — Freiheit das Losungswortin den ehemaligen schweizerischen Unterthanenlanden zu wer-den, als sie sich öffentlich hervorthaten und für Männer desVolkes berufen hielten, reine Demokratie zu erzielen. Vor-erst wollten sie nur ihre Stimme gegen Beeinträchtigungen,über welche laut gemurrt wurde, erheben *).
Sie blickten auf Beda hin und theilten ihre Hoffnungenund Ansichten mehrern geistesverwandten Männern mit. Dieseerklärten sich sogleich mit eben der Wärme für Freiheit. Soentstand in Goßau bald ein sehr bedeutender Verband vonFreiheitSfreunden, mit denen sich die Vorgesetzten mancherbenachbarten Gemeinden verknüpften, und diese vereint wähl-ten Ausschüsse, welche die Wünsche und Beschwerden desVolkes dem Landesherr« vortragen sollten; bald gab es derenzwölf an der Zahl.
Sie erschienen 1794 vor Beda. Er hörte sie mit derihm eignen HerzeuSgüte an, erhöhte ihr Vertrauen auf seinewohlwollenden Gesinnungen, und entließ sie mit der Versiche-rung, daß alle ihre Wünsche und Beschwerden genau geprüftund ihre Rechte und Freiheiten pünktlich nach den bestehenden
^) Kanzle theilte in seiner Rede am 23. November das St. Gal-lischeVolk in zwei Klassen: „Es gab unter uns," sagte er, „recht-schaffene Männer, die ihren Stellvertretern, auch der rechtmäßi-„gen Obrigkeit, bisanhin treu verblieben, die indessen dennoch mit„Recht seufzten über Zerschiedenes und von der Gerech-tigkeit Hülfe und Trost erwarteten; cS gab aber auch„andere (doch wenige), denen das Wohl des Vaterlandes min-„der, und jenes des Hochfurstlichcn Stiftes gar nicht„am Herzen lag."