Buch 
Geschichte des ehemaligen Stiftes und der Landschaft St. Gallen unter den zween letzten Fürstäbten von St. Gallen, besonders während den Jahren der helvetischen Revolution bis zur Aufhebung des Stiftes / von Franz Weidmann, gewesenem Mitglied des aufgehobenen Stiftes St. Gallen und vormaligem Bibliothekar an der kathol. Kantonal-Bibliothek in St. Gallen
Entstehung
Seite
42
JPEG-Download
 

42

Traktaten gehandhabt werden sollten. Die Gemeinden möch-ten nur ihre Bitten und Klagen in ein Ganzes zusammen-stelle«/ gewissenhaft begründen und ihm vorlegen und dannin gesetzlicher Ordnung und Ruhe seine landcöväterliche Ent-schuldung abwarten.

Kaum hörten die übrigen Gemeinden der alten Land-schaft von dem glücklichen Erfolge des ersten Schrittes derAusschüsse auö dem Goßaueramte / alö sie auch ihren Vor-stehern Vollmacht gaben/ mit denselben gemeinsame Sachezu machen.

Im Kapitel war man gegen die Ausschüsse nicht so gün-stig gesinnt/ wie der Fürstabt. Man hielt ihre Zusammen-künfte für ein gefährliches Komplott und riech zu scharfenMaßregel«/ die aber glücklicher Weise bei dem sanften/ men-schenfreundlichen Beda kein Gehör fanden: wohin hät-ten solche auch geführt?

15 . Politische Lage vom Ende 1794 bis 3. Juni 179-5;

Tumult »anten; die Harten undLinden; BedaS

Schmerz über die Unordnungen/ und Aufrüfe an

das Volk.

Ungeachtet der huldreichen Versicherungen BedaS zeigtesich bald unter einem Theile deö Volkes eine sehr nachtheiligeStimmung gegen das Stift. Die Landschaft glich in kurzerZeit einem Vulkane/ der hier und da revolutionäre Funkensprühte: eine Folge von Aufhetzungen und abentheuerlichenGerüchten / wodurch exzentrische Köpfe das Publikum in Har-nisch brachten.

Nasch entwickelte sich eine gefährliche Krise nach derandern/ und was beim AuSbruche politischer Umwälzungenunvermeidlich ist/ Leidenschaften/ Kabalen und kleinliche iPrivatinteressen mischten sich in die wichtigsten Angelegen- ,Heiken des Vaterlandes.

Unter die warmen Freunde dieses letzter» drang sich einezügellose Rotte Tumultuanten/ die für den stillen Bürger eine