52
und Wünsche. Der Fürstabt sah sich dadurch genöthigt, ausder Mitte seines Kapitels drei Kommissarien zu ernennen,welche vereint mit den weltlichen Ministern die Landesaus-schüsse anhöre»/ mit ihnen traktiren und ihre Verhandlun-gen der Sanktisn des Kapitels unterwerfen sollten.
Aber laut erhob sich der Unwille der Opposition imKapitel gegen die Personen/ welcheBeda als dessen Organeaufgestellt hatte. Man widersprach ihm zwar nicht öffentlich;allein kaum war die Sitznng aufgehoben/ so wurde dieseErnamsung der Kommissarien von Seite des FürstabteS allein/als eine eigenmächtige Anmaßung und als gesetzwidriger Ein-griff in die Rechte des Kapitels verschrieen. Natürlich/ daßes der Opposition wehe that/ keines ihrer Glieder unterden ernannten Kommissarien zu sehen.
Diese waren: der Dechant Cölestin Schieß/ ein Mannvon vieler Erfahrung und Kenntnisse«/ von scharfem Blickin politische Verhältnisse und solider Beurtheilungskraft/Freund und Vertrauter Bcdas im schönsten Sinne des Wor-tes; Magnus Hungerbühler/ Statthalter zu Wyl/ einunermüdeter Verehrer der schönen Wissenschaften und Men-schenfreund / dem alle seine Untergeordneten ungeheuchKteHochachtung und Liebe zollte«/ — und Blasius Müller/Lehrer der Gottesgel'ehrtheit, ein junger talentvoller Mann /von sich rühmlich auszeichnender Beredsamkeit.
Die Landschaft erkannte dankbar in dieser Ernennungden sichersten Beweis von ihres Landesherr» Wohlwollen;aber einige Kapitularen trauten den Kommissarien zu wenigMuth und Entschlossenheit z»/ nannten deren bisherige Mä-ßigung und Vorliebe zum Frieden, Geistesschwäche oder Man-gel an Eifer für die Sache des Stiftes; es schien ihnensehr gefährlich / Geschäfte von der höchsten Wichtigkeit nurLurch drei Repräsentanten verhandeln zu lassen, deren in-dividuelle Aeußerungen von den schlauen Männern des Volkesso leicht als amtlich angesehen werden könnten; man hielt