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setzt und am Z. März die Freilassung von den regierenden Stän-den nachgesucht, die man auch erhielt.
Die Stadt St. Gallen allein war bisher ruhige Zu-schauen» bei allen politischen Ereignissen geblieben, die inihrer Nachbarschaft mit Anfang von 1798 gleichsam an derTagesordnung waren. Indessen hatte am 34. März daselbstein Vorfall statt, der sehr großes Aufsehen machte. Es tra-fen nämlich von der neuen Nationalversammlung deS KarntonS Basel die Bürger Stehlin, Fäsch und Erlacherals Deputiere ein, um die Stadt zur Abänderung ihrer bis-herigen Negierungsform und zur Annahme einer neuen, aufFreiheit und Gleichheit gegründeten Verfassung einzuladen ^).Nach dem LieblingSausdrucke jener Tage nannte man dießFraternisieren. Der souveraine Rath wollte diesem Ansinnenvorerst noch kein Gehör geben und der größte Theil derBürgerschaft pflichtete den Gesinnungen des Magistrates bet.
Kaum verlautete etwas von der Baseler-Deputation unterdem Publikum, so strömten (es war gerade Markttag) Ap-penzcller, Thurgauer und St. Galler von Stadt und Landin Haufen nach dem Gasthofe zum Ochsen, wo sie abgestiegenwar. Man setzte sogleich voraus, daß sie Emissarien Frank-reichs und Verräther des Vaterlandes sein müßten. DerHaufe ficng an zu lärmen und zu drohen; da ließen dieGesandten dem Bürgermeister ihre bedenkliche Lage wissen,der sie ausgesetzt seien. Einige der Tumultuanten drangenbis in ihre Zimmer und nöthigten sie, ihr Vorhaben zuerst
Dieses Triumvirat hatte zwar ein offenes Crcditiv und dieschriftliche Erklärung gegeben, nur beauftragt zu sein, „in Vater«„kändischen Angelegenheiten zu reisen, die hauptsächlich dahin„gehen, um nicht nur die Kantone, sondern die jetzt frei ge«„ wordenen Länder, so vormals Unterthanen gewesen, zu einem„allgemeinen schweizerischen Congressc einzuladen, der ehestens„Platz haben wird, allwo die Angelegenheiten unsers lieben Vater-landes besonders und allgemein behandelt werden können;" —allein man traute ihnen nicht.