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im Speisesaale und sodann aus den Fenstern dem zusammen«gelaufenen Kolke zu eröffnen. Srehlin that es; aber einigeseiner Ausdrücke erbitterten den Haufen noch mehr; mandrang zahlreicher auf ihn los und zwang ihn zum Widerrufeund zur Abbitte.
Der in Eile herbeigerufene Bürgermeister Steinlinund Joh. Künzle von Goßau/ nebst verschiedenen Bürgernvon St. Gallen/ hatten große Mühe das Volk zu besänftigen unddie Gesandten vor Mißhandlungen zu schützen. Froh noch mitheiler Haut davon gekommen zu sein/ reisten diese noch amnämlichen Abend zurück, ohne die Absicht ihrer Sendungerreicht zu haben *). (Siehe Beilage 15.)
42. Protestation des FürstabteS Pankraz; unruhige
Bewegungen nach dem Einmärsche der fränkischen
Armee in die Schweiz.
Schon am Z. März ergriff Fürstabt Pankraz vonNeu-Ravcnspurg aus jene Waffe der Schwache«/ die ernachhin so oft und immer ohne Erfolg führte, — er sandteeine Protestation an alle Kantone, worin er die neue politi-sche Ordnung der Dinge, die man sich im St. Gallischen, imToggenburg und Rheinthale gegeben hatte, mißbilligte unddie Rechte seines Stiftes verwahrte. Dieses erbitterte dieRegierung der neuen Republik der Landschaft St. Gallen sosehr, daß sie, von dem Kapitel eine Gegenerklärung zu er-halten, eine halbe Kompagnie der feurigsten Harten indaS Stift warf.
Wie ein Lauffeuer hatte sich nämlich das Gerücht von denSchritten des Abtes durch das ganze Land verbreitet, undin der Nacht vom 25. März war in Roschach eine unruhvolleBewegung gewesen. Pannerherr Heer hatte die Sacheauf dem Wege jedem, den er antraf erzählt und sich die
H „Da drei Emissaire von Basel die helvetische Konstitution„verkündeten und anriechen, brach das Volk in Wuth aus und„jene entkamen kaum mit heiler Laut durch eine schleunige Flucht."Tageb. P. G. Br. II. Th. S.io.