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meisten Distrikten des Kantons Säntis ruhig geleistet wurde.Wie wenig Antheil das Volk an dieser Handlung und densie begleitenden Feierlichkeiten werde genommen haben/ kannman bereits aus dem Erzählten schließen. Man hörte vonVielen — anstatt „wir schwörens" — rufen: „wir Hö-rens/« oder: „wir wehrens/" und: „wir sperrcns" u. dgl.So wenig hatte das Gastmahl von i8«o Gedecken in St.Gallen auf dem Brüel die Leute begeistertl
Komische Auftritte gab es bei diesem Anlaße im StifteSt. Gallen. Anfangs sahen einige der Kapitularen obigenEid für unerlaubt an/ wagten jedoch nicht/ dieses auch Andernbeizubringen. Natürlich erforschten sie die Gesinnungen ih-res Fürstabten hierüber; aber zum Unglücke traf keine Ant-Wort ein.
Der NegierungSftatthalter ließ alle im Stifte befindlichenGeistlichen den 29. August durch ein besonderes/ vou seinemersten Sekretär überbrachteS Schreiben/ sehr höflich einla-den/ den Eid bei der allgemeinen Volksversammlung zu schwö-ren/ mit dem Beisätze: daß er dieß um so mehr erwarte/weil sich die protestantischen Geistlichen auch dabei einfänden;die Gegenwart der Religionslehrer beider Konfessionen müßtesehr vortheilhaft auf das Volk wirken u. s. w. Allein dieKapitularen verbaten sich ihre öffentliche Erscheinung ausallen Kräfte«/ verhießen jedoch/ den Eid innert denMauern ihres Stiftes schwören zu wollen.
Aber zur Nachtzeit langte ein geheimer Eilbote deS Ab-teS an/ der ihnen die Leistung des Eides untersagte. DieWeisung enthielt Folgendes: „ i. Unsere Kapitularen soll-ütcn auf keinen Fall schwören. 2. Man sollte eben wegen„der Lage der Dinge wo möglich Verschub verlangen." (Hierwerden aus den letzten Schreiben des Abtes nach Mehre-rau wegen der kaiserlichen Intervention AuSzüge gegeben.)„3. Endlich sollten sich die Pfarrherrcn kein Bedenken machen/„es laut zu sage«/ St. Gallen habe ihnen das Schwören vcr-„boten." ,.
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