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Geschichte des ehemaligen Stiftes und der Landschaft St. Gallen unter den zween letzten Fürstäbten von St. Gallen, besonders während den Jahren der helvetischen Revolution bis zur Aufhebung des Stiftes / von Franz Weidmann, gewesenem Mitglied des aufgehobenen Stiftes St. Gallen und vormaligem Bibliothekar an der kathol. Kantonal-Bibliothek in St. Gallen
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Jetzt war guter Rath theuer! Die Zurücknahme -esdem Regierungsstatthalter gegebnen Ehrenwortes konnte fürdie Personen des Stiftes die traurigsten Folgen haben; auf-er andern Seite wollte man aber Pankraren auch nichtvor den Kopf stoßen. Wie gerne hätte man das Beispiel derAugustiner zu Freiburg nachgeahmt, die zum nämlichen Eideaufgefordert, ihrem Winzer in Leman den Auftrag gaben,solchen für fie zu schwören.

In dieser Klemme riechen den Kapitularen die Kantons,richtet Dudli und Bräggcr, als Männer von Ehre undFreunde des Stiftes, den Gesetzen des neuen Staates zu gehör,sauren, mit dem Beifügen: ihre Vertreibung aus Helvetienwäre, im Weigerungsfälle, unwiderruflich beschlossen. Dießentschied und bald begann das eigentliche komische Schau,spiel.

Denn kaum eine Stunde hernach erschien der Unter,statthalter Halber*), von einigen Neuangcstcllten begleitet,im Stifte. Man führte ihn nach dem Erholungssaale, Mder Akt deS Eidschwures in aller Stille vorgicng. Und stehe,majestätischen Schrittes näherte stch Halder voll gemiith,licher Feier dem gegenwärtigen Konventsobern, P. BedaGalluS, und ertheilte ihm mit dem Bruderkusse die WeihedeS Freiheitsfinnes!

In warmer Begeisterung ergoß stch nun Agent Niet,mann in folgende neurepublikanische Floskeln:Hörst du»den Schwur, theures Vaterland, Land der Freiheit!»Hört ihr ihn, ihr Berge und Thäler, wo einst die Helden,»unsere Väter wohnten deine Söhne schwuren frei zu»sein und zu bleiben die freie Republik lebt, wächst und»blüht im Sonnenlichte der Vernunft geht nun Bürger,freut euch deS TageS!"- während einige der Kapitularenden geheimen Aerger verbissen, und andere schwere Mühehatten, nicht in schallendes Lachen auszubrechen; an dcni

») »Ein gegen uns sehr feindselig gesinnter Mann." Tageb.

P. G. Br. U Th. S. 62.