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in Unordnung zu St. Gallen ein; aber Tags darauf/ den 27./enthüllte sich vollends erst die grauenvolle Szene der Retirade.
Man sah Krieger von beinahe allen Nationen Europenö/sogar Asiaten/ in wilder Eile vorbeiziehen/ die schönstenKorps von Hunger und Mattigkeit erschöpft; man sah mittenunter den Soldatenzügen inländische Familien/ Jung undAlt/ mit ihrer kleinen Habe und etwa einer Kuh oder Ziegeu. dgl. m. einherwandern; alle Seitenwege waren mit flüch-tigen Priestern und Laie«/ Greisen und Weibern bedeckt; einpanischer Schrecken trieb alle diese Leute von ihrem stillenHerde nach dem Auölande/ wo einigen namenloses Elendzu Theil ward.
Fürstabt Pankraz war an diesem Morgen vor Tages-anbruch mit Gen. Hiller nach dem Kloster Mehrerau gefah-ren/ wohin auch einige Kapitularen folgten ^); abermals eineganz verkehrte Maßregel/ die das beinahe ganz verlasseneStift St. Gallen als ein erobertes Gut neuerdings den Fran-ken und der helvetischen Republik überlieferte.
Am 28. Herbstm. sah man fränkische PiquetS in St. Gal-le«/ die bis Roschach streiften. General Soult verlegte seinHauptquartier nach Lichtensteig und debouchirte bis an denRhein/ dessen Kommunikation mit der Schweiz von deut-scher Seite schon den 27. Abends geschlossen worden. Massenalieferte in den ersten Tagen des Oktobers noch die berühmtenGefechte gegen Souwarow im Muottathale/ und zwang diebei Zürich geschlagenen Austro-Russen durch die Aktionenbei Andclfingen/ Benken/ Schlatt und Rudolfingen/ sichnach Schwaben zu werfe«/ so daß am 18. Oktober die ver-bündete Armee Helveticn ganz geräumt hatte.
') Den wenigen Zurückbleibenden sagte er: der Uebergang derFranken sei nur eine kurze Diversion; er werde binnen drei Wochenwieder in Et. Gallen sein/ u. dgl. m. Als jene ihm die Schwierig-keiten des Zurückbleibens ohne Kasse vorstellten/ nahm er Rück-'Vrache mit seinem Aufseher der Finanzen P. A. H./ und dieser reichtedann jedem die Summe von 33 ss. ab! Eine schöne Provision aufalle Gefahren der Zeit und auf die Ungewißheit der Versorgung hin!