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Geschichte des ehemaligen Stiftes und der Landschaft St. Gallen unter den zween letzten Fürstäbten von St. Gallen, besonders während den Jahren der helvetischen Revolution bis zur Aufhebung des Stiftes / von Franz Weidmann, gewesenem Mitglied des aufgehobenen Stiftes St. Gallen und vormaligem Bibliothekar an der kathol. Kantonal-Bibliothek in St. Gallen
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152
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Brust schon auf dem Rückwege seinen Freunden mit; er vcr-hehlte auch keineswegs die Wahrscheinlichkeit der gänzlichenWiedereinnähme der Schweiz durch die Franken: kurz, mitder Abreise Karls von Oesterreich war ihm der einzige Sternder Hoffnung verschwunden; selbst der eiserne Held aus demstarrenden Norden Souwarow konnte ihm von derSpitze des GotthardS herab keine feste Zuversicht mehr ein-flößen, und Gen. Hotze schien ihm mehr bedacht zu sein, daskleine österreichische Heer an der Linth, alö sein Vaterlandretten zu wollen.

62. General Hohes Tod; Wiedereinnähme von Zürich

durch die Franken; Abt Pankrazens Flucht;

Rückzug der Oesterreicher und Russen.

Unter diesen bangen Vorgefühlen erschienen die Tage des25. und 26. Herbstmonats. Schon an dem erster« erbebten mitdem Morgengrau die Fenster im Stifte St. Gallen von heftigemKanonendonner in der Richtung von Utznach her; man schwebteden ganzen Tag in peinlicher Ungewißheit, als Abends dietraurige Kunde erscholl: Gen. Hotze sei mit Oberst Ploun-quet beim Rekognosziren gefallen, sein Korps geschlagen undunter den Befehlen des Gen. Petrasch in vollem Rückzüge!Mehrere versprengte Offiziere bestätigten diese Schreckens-nachricht.

Indessen wußte man in St. Gallen noch nichts von dem,was an eben diesem Tage vor Zürich vorgefallen, und vertrö-stete sich auf günstige Berichte von daher um so mehr, weildie Hauptmacht der verbündeten Austro-Russen dort postirtwar und man alle Tage den neu gefürsteten Helden ItalinSkyim Hintergründe des Kriegstheaters mit siegreichem Ucber-gewichte auftreten zu sehen erwartete. Aber der 26. Septem-ber entschied über Zürich und das Schicksal von ganz Helvetien;die Verbündeten traten den Rückzug nach den nördlichen Ge-filden der Thür und nach dem Osten hin an. Mit anbrechenderNacht traf ein Theil des Vomabeö der kaiserlichen Armee