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Bodensee; die Beschießung des friedlichen Städtchens Arbonund einige verbrannte Nachen waren auch dieseömal seineglänzenden Trophäen; ein am 10. Nov. zu Oberried über den.Rhein gesetztes Detachement von Kaiserlichen wurde amgleichen Tage durch die Franken zurückgeworfen.
Im Gefolge der fränkischen Truppen war auch der Kom-missär Wegmann in St. Gallen eingetroffen/ um von demdortigen Stifte/ dessen Rechten/ Gütern u. s. w. im Namender helvetischen Regierung förmlich Besitz zu nehmen. Ererklärte dasselbe mit Zubehördcn feierlich alS Staatsgut?und schritt sogleich zur Veräußerung von Mobiliarschaften/Werden u. dgl. Auch anderswo / z. B. auf den Statthal-tereien zu Wyl, Neu-St. Johann/ wurden die Fährnisseversteigert. Die zurückgebliebenen Geistlichen erhielten einePension; in St. Gallen selbst besorgten die drei ältesten unddie drei jüngsten der ehemaligen Kapitularen in brüderlichemEinklänge die gotteSdienstlichen Verrichtungen.
64. Veränderungen bei der helvetischen Regierung;
neue Verwaltungska innrer im Kanton Säntis.
DaS Jahr 1800 zeichnete sich gleich Anfangs durch einewichtige Veränderung bei der helvetischen Regierung auS/ dieihren Sitz von Luzern nach Bern verlegt hatte. Nach einerlangen Spannung zwischen den gesetzgebenden Räthen unddem Vollziehungsdirektorium/ wurde letzteres den 7 . Jenneraufgelöst/ Dolder und Savary einstweilen mit der voll-ziehenden Gewalt beauftragt/ Laharpe/ Sekretan undOberlin entlassen und zwei Tage später ein Vollziehungs-ausschuß von 7 Gliedern gewählt/ unter denen Gschwendvon Altstädten/ Präsident des KantonsgerichteS von Säntis/eines der vorzüglichsten war.
Die Bewohner deö benannten Kantons nahmen wenigAntheil an dieser / unter den obersten Staatsbehörden erfolg-ten Revolution. Im Namen Aller äußerte der Regierungs-statthalter Bolt an die neuen Gewalthaber den freimüthigenWunsch: