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Pfarrer in GaiS u. a. m. zählte. Die Einsetzung des Erzie-hungSratheS gieng am Z. März 1800 feierlich vor sich.
Thätig schritt nun diese Behörde an ihre wichtige Arbeit;sie fand daS Schulwesen fast überall in dem erbärmlichstenZustande und hatte darüberhin mit Vorurtheilcn/ bösemWillen und dem Eigennutze nicht nur einzelner Bürger/sondern ganzer Gemeinden zu kämpfen; dessen ungeachtet per-loren diese cdeldenkenden Männer den Muth nicht. Die Re-gierung konnte ihnen bei fortwährender Anwesenheit frän-kischer Truppen, Erschöpfung der Kassen und manch' andererKlemme der härtesten Zeitumstände sehr schwache Unterstützungreichen; aber jener Männer Eifer für die gute Sache verdop-pelte sich und der wahre Vaterlands freund/ von frohen Hoff-nungen in der Brust gehoben/ sah mit warmem Danke vollRührung auf sie hin.
67. Der Abt von St. Gallen flicht nach dem Tirol;die Archive und Bibliothek sein es Stiftes fa llenden Franken in die Hände.
Fürstabt Pankraz hatte seit den unglücklichen Tagen desHcrbstmondeS 1799 daS seinem Stifte damals noch gehörigeSchloß Neu-NavenSburg/ an der Straße von Lindaunach Wangen gelegen/ bezogen. Hier arbeitete er wiederrastlos für seine Zwecke/ bis von dem Oberbefehlshaber derdeutschen Armee die strenge Weisung kam/ daß alle schwei-zerischen Ausgewanderten/ die sich an den jenseitigen Ufern desRheines und BodcnseeS zahlreich herumtrieben- hinter den! Lech sich begeben sollten. Dieß war für letztere ein Donner-> schlag/ besonders für Abt Pankraz/ welchem die Nähe der
Schweiz so viele Vortheile zur Ausführung seiner Plane darbot.Er eilte -daher ungesäumt nach dem kaiserl. Hauptquartier,erhielt aber bloß für sich und seine Geistlichen die Bewilli-gung/ auf ihren damaligen Standorten bleiben zu dürfen.
Aber nicht lange genoß er dieser Ruhe. Die Anstaltender Franken zum Fcldzuge von isoo und ihr Vorrücken aufdeutschem Boden nöthigten ihn neuerdings / sein Heil in der