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Geschichte des ehemaligen Stiftes und der Landschaft St. Gallen unter den zween letzten Fürstäbten von St. Gallen, besonders während den Jahren der helvetischen Revolution bis zur Aufhebung des Stiftes / von Franz Weidmann, gewesenem Mitglied des aufgehobenen Stiftes St. Gallen und vormaligem Bibliothekar an der kathol. Kantonal-Bibliothek in St. Gallen
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eines MonatS wurden die Hauptgrundzüge der Kamonal-organisation entworfen/ und am 15. April begann sehr fei-erlich die neue Ordnung der Dinge durch die Konstituirungdes Großen und Kleinen NatheS u. s. w. DaS Volk/ desewigen Schwankens in provisorischem Zustande schon langemüde/ faßte Vertrauen/ eine väterliche Regierung und Fe-stigkeit bleibender Formen erwartend.

Aber wie sehr mußte es den Abt Pankraz schmer-ze«/ seine Absichten neuerdings vereitelt/ und die kostspieligeAmbassade nach Pariö ohne Wirkung zu sehen! Auf denNichtbcstaud der mediationSmäßigen Regierung mit Gewiß-heit zählend/ hielt er für daö beste Mittel/ seine Rechtezu sichern/ die Vermittlungsurkunde nicht anzuerkennen. Ervermied also/ mit der neuen Regierung des Kantons St. Gal-len Unterhandlungen anzuknüpfen/ durch die er in den Besitzdes Eigenthums der Abtei/ der geistlichen Jurisdiktion undKollaturen hätte kommen können; ihm schien eS unter sei-ner Würbe zu sein/mit ehemaligen Unterthanen zu trak-tiren ch oder er ließ seine Kommittirten ohne bestimmte Voll-machten und setzte zur Basis jeder Konvention: Ersatz allerseiner gekränkten Rechte/ vorenthaltenen Einkünfte und sonsti-gen durch die Revolution erlittenen Schadens. Da aber eineoffene Erklärung von endlicher Abtrerung aller landeShoheitli-chen Ansprüche von ihm nicht zu erhalten war/ so zerschlug sichjede Verhandlung. Die Mediationsregierung beschränkte sichnur darauf/ den zurückgekehrten Konventualen mit Um-gehung des AbteS das Nothwendige zum Lebensunter-halte auszusetzen/ jedoch mit der ausdrücklichen Bedingniß/daß alle nach dem Auslande geflüchteten Effekten/ Kostbar-keiten, Papiere/ besonders daö Archiv und die Bibliothek/nach St. Gallen zu Handen der Regierung sollten ausge-liefert werden. Dieß geschah mit Bewilligung des k. k. Hofes;allein Abt Pankraz protestirte dawider in einem lateinischund deutsch verfaßten Zirkular von Ebringen/ 26 .Dez. 180Z/doch vergebens.