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Obern ein scheeles Auge auf die Glieder des Stiftes alsihre geistlichen Gebieter geworfen; darum ward ihnen derGedanke/ sie mit größerm Ansehen bekleidet zu sehen, un-auSstehlich. ES entspannen sich geheime Umtriebe/ derenWirkungen bald sich äußerten.
Sonst sahen die Gebildeten im Lande mit Wohlgefallenauf die Konvention hin / weil sich daraus kein Zerstreuungs-geist/ sondern im Ganzen die Absicht auSsprach/ die ehe-mals so fruchtbare und berühmte Pflanzschule deö hl. GalluSnicht sowohl aufzuheben/ als ihr vielmehr eine ehrenvollereund zeitgemäßere Form zu geben.
Der französische Gesandte in der Schweiz schien dieserIdee sehr günstig zu sein; aber Abt Pankraz wußte siezu vereiteln.
87. Die Mehrheit der St. Gallischen Kapitularentritt von der Konvention ab; andere Anhängerdes AbteS.
ES war dem thätigen Fürstabten gelungen/ den Planeiner Verwandlung seines Stiftes in ein BiSthum dem heil.Vater nicht als ein Verkommniß der Mehrzahl des Kapitels/sondern alS das Werk eines Privaten mit wenigen Religiösendarzustellen/ und eine Säkularisation vorzugeben/ welcheweder in den Absichten / noch im Texte deS Entwurfes lag.Diese Darstellung machte in Rom sehr Übeln Eindruck/ undes verlauteten von daher bald Gerüchte/ welche die Mehr-heit der Kapitularen bewog/ von der Konvention abzuweichen.
Man erzählte sich nämlich in allem Ernste: der heil.Vater wäre über die Kapitularen sehr aufgebracht/ weil cSunerhört sei/ daß eine ganze Korporation die Säkularisationverlange/ und ihre rechtmäßigen Obern und Gelübde hint-ansetzte; er betrachte dieß als einen großen Schandfleck/ undwerde zu einem so ärgerlichen Schritte niemals die Handbieten; die Konvention selbst mißfiele ihm als ein denkanonischen Kirchcnsatzungen zuwiderlaufendes und die Würde