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Weg zu seiner Abtei zu bahne«/ und er würde diese erhaltenhaben/ wenn er auf die Landeshoheit Verzicht geleistet hätte.Seine Reisen nach dem kaiserlichen Heerlager der verbündetenMonarchen zu TroycS und nach dem Kongresse zu Wienblieben also fruchtlos/ und der heil. Vater konnte jetzt/ungeachtet Pankraz alle Ansprüche auf weltliche Herrschaftaufgegeben/ durch ernst- und zmrauensvolle Sendschreiben andie Eidgenossen ihm nicht mehr zum Besitze seines Klostersverhelfen: es war zu spät!
Die Kapitularen sahen zwar auch mit schmerzlichemKummer daö mehr alS tausendjährige/ ehrwürdige Gebäudeihres Stiftes zusammenstürzen; aber mit stiller Resignationtraten sie den Verfügungen der KamonSgcsetze bei/ undtrachteten durch Verwendung ihrer Kräfte dem Staate undder Kirche alS gute Bürger und Seelsorger nützlich zu sein.
94. Fürstabt Pankraz unternimmt eine Reisenach Rom.
In dem Gemüthe des FürsiabteS Pankraz war eineIdee vorherrschend: die der Wiederherstellung seines Stiftes.Um diese ins Werk zu setzen/ brachte er alle ihm zu Gebotestehenden erlaubten Triebfedern in Bewegung. Selbst der Einflußder obersten Gewalt im moralischen Reiche der katholischen Welt— des sichtbaren Chefs der Kirche —ward von ihm in Anspruchgenommen/ um desto gewisser seinen Zweck zu erreichen.
Er unternahm persönlich eine Reise nach Rom und fandwarme Theilnahme an seinem frommen Bestreben/ und Verheißsungen fernern kräftigen Einschreitens für sein Stift/ sowohlbei den hohen Mächten alö bei der Eidgenossenschaft. Derrömische Hof hielt Wort/ jedoch ohne Erfolg für den Abt/wie bald wird erzählt werden. Nicht ohne Interesse wirdman lesen/ was Pankraz an einen seiner Vertrauten überdie Reise nach Rom schrieb H.
') Aus einem Briefe N. R. an den Pfr. Beda Galluckin Z ü b c r w an g e n.
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