Buch 
Geschichte des ehemaligen Stiftes und der Landschaft St. Gallen unter den zween letzten Fürstäbten von St. Gallen, besonders während den Jahren der helvetischen Revolution bis zur Aufhebung des Stiftes / von Franz Weidmann, gewesenem Mitglied des aufgehobenen Stiftes St. Gallen und vormaligem Bibliothekar an der kathol. Kantonal-Bibliothek in St. Gallen
Entstehung
Seite
223
JPEG-Download
 

r?3

»Im gegenwärtigen Jahre wird das 12.8-rculum unsererStiftung erfüllt ^); gebe Gott/ daß wir das Jubiläum inSt. Gallen feiern können!"

In eben diesem Jahre 1814 erschien auch eine kleineDruckschrift von 16 Seiten: Das Stift St. Gallen in demueucrstandenen Kanton St. Gallen." Der Abt sprach darin dieMitregierung des Landes an/ nachdem er eine kurze ge-schichtliche Darstellung der Ereignisse seit 1798 voraus geschickthatte.

Auf den Einwurf/ daß in der Schweiz keine Unterthanen-lande mehr bestehen sollen/ laut der Bundesbedingniß derneuen Eidgenossenschaft/ und daß nach diesem Grundsätzedie Verfassungen aller Kantone und ihrer Landschaften ein-gerichtet werden müssen/ wird S. 13 so geantwortet:

Hieraus ergiebt sich nun freilich/ daß die ausschließ-liche Landeöherrlichkeit des Stift es nicht ferner be- stehen könne/ aber nur die ausschließliche. Mehr wollteman von dem Landesherr« doch nicht fordern/ als daß er inZu-kunft die Landeshcrrlichkeit nicht mehr allein/ sondern ge-meinschaftlich mit dem Volke ausübe. Er hört nicht aufLandesherr zu sei»/ nur ist er es nicht mehr im aus-schließlichen Besitze/ und muß steh über die künftigeAusübung der Landesherrlichkeit mit dem Volke dermaßenin Einverständniß setze»/ daß das Volk im Antheile an derhöchsten Gewalt/ also mitregierend und nicht ferner alsUnterthan erscheine. Nur Unfinn und Leidenschaft könnenaus der Aufhebung der Unterthanenschaft den falschenSchluß folgern/ daß damit die gänzliche Landesherr-lichkeit des Stiftes aufgehoben/ und dieses hingegenzum Unterthan des Volkes herabgesetzt/ und seinerWillkür preisgegeben feie."

So bescheiden das Verlangen der Mitregierung in den

D Seit6i4. I. Mabillon setzt aber die Ankunft des heil.Gallus in dem Lande/ das seinen Namen führt/ erst auf dasJahr üzo.