er lange seinen Haß auf den Oberlehrer von NereSheimP. Beda Pracher.
So sehr sich nun Einige für den guten Fortgang derNormalschule verwendeten, eben so setzte sich Iso geheim undöffentlich entgegen, donnerte von der Kanzel herab dawiderund ermähnte daö Volk, von der alten Lehrweise ja keines-wegs abzuweichen.
Zum Unglücke kam noch, daß der Fürstabt Beda 1784einen neuen Katechismus zudrücken und in alten Pfarren seinerLandschaft auszutheilen befahl. Obgleich dieses Lehrbuch sichvom ältern keineswegs in Glaubenssätzen, sondern nur durcheine bessere Darstellung und reinere Sprache unterschied, soargwohnte doch daS Volk eine zweideutige Neuerung darin, undweigerte sich hartnäckig an vielen Orten, selbes anzunehmen.
Aber auch der Vorsteher der neuen Normalschule hatteeinige Schuld an deren früherm Abnehmen. Als er dem Rufegemäß mehrere Orte der Landschaft besuchte, erhielt weder seinAnzug, noch sein Benehmen und Miene den Beifall deS Land-volkes; ja einige haßten ihn in solchem Grade, daß sie schrien,man müsse ihn als einen Mann, der dem Luther ähnlichwäre, mit Steinen auö dem Lande vertreiben. Alö er diesesselbst wahrnahm und einsah, daß sein Handel nichts mehrfrommte, so kehrte er nach Verstuß eines JahreS wieder insein Kloster zurück. So hörte die Normalschule — ein vortreff-liches Mittel zur Geistesentwickelung und Bildung der Jugend,im St. Gallischen wieder auf, also daß man nach einigenJahren kaum hie und da, z. B. zu Roschach und Wald-kirch, noch Spuren von ihr antraf.
L. Der neue Katechismus.
Aus wichtigen Gründen erschien der neue Katechis-mus, der seiner Form nach größer, dem Inhalte nach aberdeutlicher war, alö der ältere, und den Geistlichen im ganzenSt. Gallischen wurde dessen Einführung in den Pfarreienbefohlen. Allein da er nach einer etwas bessern deutschenSchreibart verfaßt war, so wollten ihn einige unwissende undstarrköpfige Leute nicht annehmen, unter dem Vorgeben, er ent-