Buch 
Geschichte des ehemaligen Stiftes und der Landschaft St. Gallen unter den zween letzten Fürstäbten von St. Gallen, besonders während den Jahren der helvetischen Revolution bis zur Aufhebung des Stiftes / von Franz Weidmann, gewesenem Mitglied des aufgehobenen Stiftes St. Gallen und vormaligem Bibliothekar an der kathol. Kantonal-Bibliothek in St. Gallen
Entstehung
Seite
251
JPEG-Download
 

S51

Zeugnisse an Uns gelangen, vermöge deren Wir Unsere bis«anhin noch unentschiedene Bcrathschlagung gänzlich nieder-zulegen im Stande sind. Aber auch dann noch, wann dieserUnsrer Sorgfalt um Euch wird ein Genüge geleistet wordensein, wird Uns doch noch etwas zu wünschen übrig bleiben:daß nicht bloß die Klagen der Mönche beseitiget, sondern daßauch der Saame und die Wurzel der Klagen ausgerottetwerden, und daß Ihr alle miteinander unter Euch zur Ein-tracht und Ruhe zurückkehret. Dieses muß von beiden Seitenum so eifriger geleistet werden, weil um die öffentlicheEhre von Euch allen und um die gemeinsame Wohlfahrt derAbtei geht, welche zu dieser Zeit, wer steht es nicht? durcheine solche Uneinigkeit unter Euch, in welch eine große Ge-fahr oder vielmehr Schaden versetzt würde!

Daher, wenn du sowohl selbst die Gesinnungen der Mäßi-gung und der väterlichen Liebe und Nachsicht, alö auch jeneMönche die der Gelehrigkeit und Willfährigkeit annehmenwerden, und wenn Ihr dann zu gemeinschaftlichen FreundenEuch wendet, die mit einem Rathe voll Klugheit und Billig-keit zwischen Euch treten, so zweifeln wir keineswegs, daßkommliche Wege gefunden werden können, um Frieden undRuhe unter Euch festzusetzen.

Du ersiehst aus diesem, geliebter Sohn, wie sehr UnSam Herzen liege, daß euere Abtei deS heiligen Galluö durchEuch selbst den frühern Zustand deS Friedens und der Ruheerhalte und daß diese hervorbrechenden Gerüchte von Zwistund Feindschaft in ihrem Entstehen selbst von Euch gänzlichunterdrückt werden. Auf diese Weise wirst du dich nicht nur vonmehrern Bedrängnissen des Herzens, die erfolgen würden,befreien, sondern du wirft auch Uns der sehr beschwerlichenBerathung, ein Mittel wider euere Zwistigkeiten zu suchen,überheben. Wir bitten den allgütigen Gott, daß er daS Klo-ster euerer Abtei in seinem Geiste deS ehevorigen Friedensund der Eintracht dauerhaft mache und fortfahre, dir, derdu schon von so vielen Jahren her an dessen Ruder sitzest,jenen Schutz ertheile, durch welchen du den drohenden Ge-fahren ausweichen und den Stürmen entgehen mögest. Undzum glücklichen Vorzeichen der göttlichen Güte und zum