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Geschichte des ehemaligen Stiftes und der Landschaft St. Gallen unter den zween letzten Fürstäbten von St. Gallen, besonders während den Jahren der helvetischen Revolution bis zur Aufhebung des Stiftes / von Franz Weidmann, gewesenem Mitglied des aufgehobenen Stiftes St. Gallen und vormaligem Bibliothekar an der kathol. Kantonal-Bibliothek in St. Gallen
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Pfande Unsers väterlichen Wohlwollens, ertheilen Wir dir,.qelicbrer Sohn, und allen deinen Mönchen sehr liebreich denaus dem innersten Herzen geschöpften apostolischen Segen.

Gegeben zu Rom bei St. Peter unter dem Fischerringe,den 10 . Juni 1786, Unsers PabstthumS im zwölften Jahre.

Benedikt Stap.

B.

Dem geliebten Sohne Beda, Abt zu St. Gallen, Pins Vi.Pabst.

Geliebter Sohn, Gruß und apostolischen Segen!

Die widerwärtigen Umstände, in welchen du dich befin-dcst, und auch dein vorgerücktes Alter, haben dich, gelieb-ter Sohn, wie Wir aus deinem Schreiben entnehmen, denEntschluß zu fassen genöthigt, die AbtSwürde niederzulegenund dich von dem öffentlichen Amte der Regierung deinerKongregation zur Ruhe deS Privatlebens zurückzuziehen; dennauf diese Weise glaubst du, werde geschehen, daß auch dieGefahr der Störung deö Friedens und der klösterlichen Zucht,welche biö anhin im Kloster St. Gallen immer geblühet hat,abgewendet werde. Du verlangst daher von Uns, daß Wirdiesen deinen Wünschen entsprechen und dir durch die aposts-lische Gewalt die Befugniß ertheilen sollen, deine Abtei abzu-danken.

Nachdem Wir alles, was von dir angeführt wird, erwo'gen und hinwieder aufmerksam den gegenwärtigen Zustanddeiner Kongregation überdacht haben, so können Wir, ob-schon Wir nach Unserm Wohlwollen gegen dich wünschten,dir zu willfahren, indem Wir befürchten, daß, wenn du zudieser Zeit von deiner Stellung zurücktrittst, bei der WahldeS neuen AbteS selbst, wegen noch obwaltender Uneinigkeitder Gemüther, einige Bewegungen entstehen und euer Gemein-wesen in die Gefahr von Unruhe falle, keineswegs dahin ge-bracht werden, daß Wir dir das, waS du verlangst, erthei-len. Der Grund deiner Privatruhe kann nicht so groß sein/daß man ihn dey Gründen der ganzen Kongregation vorzie-hen soll. Diese müssen Wir vorzüglich in unsrer Beschlußnahmewegen dir inS Aug' fassen; da Wir dieses thun, sehen Wir,