Buch 
Geschichte des ehemaligen Stiftes und der Landschaft St. Gallen unter den zween letzten Fürstäbten von St. Gallen, besonders während den Jahren der helvetischen Revolution bis zur Aufhebung des Stiftes / von Franz Weidmann, gewesenem Mitglied des aufgehobenen Stiftes St. Gallen und vormaligem Bibliothekar an der kathol. Kantonal-Bibliothek in St. Gallen
Entstehung
Seite
263
JPEG-Download
 

26Z

tion verflossen, wobei die hochrv. Visitatoren gewiß ihre Schul-digkeit gethan hatten, schlug sich schon zu St. Gallen, weilnicht alsogleich alle Ofstzialen durch die Musterung gejagtwurden, wider den Fürsten eine Partei zusammen, und weildie Visttatoren und die Kongregation ihr zu schwach zu seinschienen, wagte man über alle Alpengcbirge einen ungeheuernund unerhörten Sprung bis nach Rom; dadurch ward dieVisitation, die Kongregation uud die Nuntiatur auf dieSeite gesetzt.

Nach langer Zeit wurden endlich die Klagpunkte auch indie Nuntiatur zur Information, wie man sagte, und zumBlendwerk an die hochw. Visitatoren geschickt. Denn merkenSie wohl: es lag bei der in die Nuntiatur abgeschicktenKlagschrift noch ein Brief, worin gemeldet wurde, daß nurRom und Luzern helfen und den Fürsten zum Traktirenanhalten könne, u. s. w. Man hoffte und verlangte also vonSeite aller übrigen GerichtSorte weder Hülfe noch Vermitte-lung , u. s. f.

Anmerkung. Die Kopie dieses BriefeS ist ohne Datum;der Brief selbst gehört in's Spätjahr von 1786.

13 . Erklärung der Unterzeichnetenan den Hrn. Dekan Cölestin von St. Gallen,Präsidenten des am 17 . Herbftmonat 1788gehaltenen großen Kapitels, in Betreff desin diesem Kapitel vorgelesenen apostolischenBreve.

Das apostolische Breve, welches der Heiligste Vater andas ehrw. Kapitel des Klosters St. Gallen geschickt hat, ver-ehren wir mit der dem höchsten Stuhle schuldigen Ehrfurcht.

Allein, weil scheint, daß es Einiges enthalte, wasuns, ohne uns anzuhören, zugemuthet worden, und von demwir durchaus nichts wissen, und weil wir bisher keinen andernWeg als den, welchen unsere Statuten erlauben, so viel wirim Herrn vertrauen, betreten haben; da ferner dieses Brevesich offenbar gegen die Satzungen unserer Kongregation ver-