33. Schreiben desMarianus Herzog, der Ge- !neral im Chorhemd genannt/ von Ein- ^siedeln, an Hrn. Ae-^). >
Dieser Brief ist merkwürdig wegen der Schilderung der Stimmungin einigen Kantonen der Schweiz im Frühling 1798/ wegenErzählung der Gefechte der Franken gegen den KantonSchwyz u. s. f.
Ich bin durch Widriggesinnte beinahe aus meinem Wir-kungskreise gesetzt. Denn i) hat Schauen bürg auf mei- inen Kopf 200 LouiS d'o r geschlagen; und 2 ) hat man michbei meinen Obern als die nächste Ursache von EinsiedelnsUnglücke angeschrieben. Doch ich bin unccr Gottes Leitung !schon so vielen Verläumdungen entgangen/ und bei schon solange dauernder Todesgefahr immer sicher erhalten worden.
Ich bin also noch immer entschlossen/ für Religion und Va-terland alles zu thun, was immer rechtschaffen Denkende vonmir fordern.
Die Unglücke Einsiedelnö und des gutdenkcnden Schwcizer-volkeS sind Ihnen bekannt/ aber die wahre Lage ist Ihnengewiß nicht bekannt. Man wird Ihnen sage»/ die innern !Kantone hätten die französische Konstitution angenommen; ^Sie wissen aber/ daß die Verbreitung dieser Sage schonlange eine Finte der französischen Proselytenmacher ist. ESgeschah in den innern Kantonen nichts anders / als daß durchden französischen TerrorismuS daS Volk zum Schweigengebracht wurde/ und die Despoten der Schweiz zum langegewünschten Endzwecke gelangte« / eine provisorische Regierung
-) Dieser Beief wurde für so wichtig gehalten/ daß manglaubte, der Landvogt in Bregenz sollte eine Kopie davon an denk. k. Gesandten zu Rastadt, Grafen vonLehrbach, schicken.
Olsrium Lsugallense.
Vom Briefsteller Mar. Herzog heißt es ebendaselbst: »er„scheint über den Charakter mancher wichtiger Männer Kenntniß„zu haben-, weißt durch immer unterh altene und wöchent-lich durch Expresse wiederholte Korrespondenz die„Stimmung der innern Kantone vielleicht besser, als immer Je-«mand in diesen Gegenden."