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Geschichte des ehemaligen Stiftes und der Landschaft St. Gallen unter den zween letzten Fürstäbten von St. Gallen, besonders während den Jahren der helvetischen Revolution bis zur Aufhebung des Stiftes / von Franz Weidmann, gewesenem Mitglied des aufgehobenen Stiftes St. Gallen und vormaligem Bibliothekar an der kathol. Kantonal-Bibliothek in St. Gallen
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werden können, ehe eine Komrerevolution von der Nationzum Ausbrnch kommen dürfte.

Die französischen Plackereien, Requisitionen aller Art,Aushebung und Unrersieckung unter das Militär und andereSachen, die nun bald ihren raschen Gang nehmen würden,könnten und würden das Volk nur zu gut daran erinnern,was es verloren und nun dafür eingetauscht hat. Ohnehinglaubte er, daß eS unmöglich sei, daß die Schweiz indiesem KonstitutionSftande verbleiben könnte, und wenn auchder Friede zu Nastadt sollte beschlossen werden, so möchtedennoch dieser Friede einen Krieg alsobald nach sich ziehen,so wie jener von Camps-Formio den Krieg mit der Schweiznach sich gezogen hätte. Dann aber müßten die Schweizerum so weniger müßige Zuschauer bleiben, weil sich sonstihrer beim Frieden Niemand interessiren werde, und wenndann von den koalisirten Mächten ihre alte Ordnung der Dingesollte zurückgestellt und garantirt werden, so müßten sie diesesauch mit etwas Großem verdient haben. Ohnehin wäre die> Schweiz der beste Kriegsschauplatz gegen Frankreich, weil

! dieses einzig gegen die Schweiz einige offene

Grenzen hätte. Krieg müßten die Franken von Außenhaben, weil sonst bürgerliche Kriege von Innen bei derRückkehr der Armeen entstehen könnten, und auch darummüßten, weil sie ihre Armeen nicht besolden, viel wenigerdie verheißene Milliarde bezahlen könnten, und so langeFrankreich nicht gedemüthigt wäre, wären alle Thronen seinerheimlich-schleichenden Untergrabung ausgesetzt.

Er mahnte uns, daß wir mit Briefen und Depeschen,welche über andere, als kaiserliche Posten müssen, sehr vor-sichtig zu Werke gehen und bewies es aus seinem Beispiele,daß Briefe an ihn und von ihm öfters unterschlagen wor-den. - Am Ende fragte er noch mit aller Ehr-

erbietung dem Muttergottesbilde von Einstedelnnach, und zeigte Freude, als wir ihn richtig versichernkonnten, daß daö ächte gerettet worden sei, u. s. w.