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und waS widrig ist, ist nicht zu fürchten. Freilich ist diearme Schweiz und sonderbar das Volk nicht mehr im Stande/durch Geld Hilfötruppen zu vergüten, wohl aber durch fürdaS Haus Oesterreich vortheilhafte Verträge.
Wie muß man dieses heickliche Geschäft anfangen? Siewerden denke»/ es könne nicht anders/ als durch Krieg ge-schehen. ES ist wahr/ wenn der Krieg zwischen dem Kaiserund Frankreich auöbricht/ so ist die Schweiz ohne Kriegnicht zu retten/ und sollte cS Krieg geben/ so glaubte ich/cö wäre sehr glücklich/ wenn er unmittelbar in der Schweizeröffnet würde/ und zwar so/ wenn die Hauptmacht/ diein der Schweiz agiren sollte/ durch das Thurgau nach Zü-rich vordringen würde/ da unterdessen ein KorpS von etwa6000 Mann/ besonders Scharfschützen/ etwas Husaren durchdaS Sarganserland in die innern Kantone hilfSwciseeindringe»/ und mit sich nebst etwas Kanonen/, besondersfür die entwaffneten Schweizer nebst Munition/ die mannoch gerne zu seiner Zeit bezahlen würde/ auch Waffen mitsich führen würdet. Die Pässe gegen Veltlin und Bün-den/ nicht wegen den Bündnern/ die überhaupt gut sind/sondernden Cisalpinern/ sollten genau verwahrt werden.Sonst wüßte man schon sichere Wege diesen HülfStruppensichern Durchpaß zu verschaffe«/ und die Vereinigung derschweizerischen Völker vorzubereiten.
Sollte aber der Frieden gesetzt bleibe«/ so bin ich nochbesser getröstet; denn ich habe nicht bloß Nachrichten/ son-dern untrügliche Beweise/ daß durch den Friedender unsrtge Theil der Schweiz an den Kaiser fal-len werde. In welchem Falle es unglücklich wäre/ wenndiese Theilung noch so lange verborgen bleiben würde/ bisder seinem Auöbruche so nahe und schreckliche Bürgerkriegin der Schweiz ausbrechen würde. ES ist zwar das Volk ein-zeln durch die Regierung gedrängt/ aber allenthalben aufge-bracht/ und fängt sich nach und nach wieder zu verbindenan. Bricht der Krieg/ der Bürgerkrieg in volle Flammen
Oesterreich hat den Krieg in der Schweiz im Sommer1799 zum Theile nach diesem Plane geführt.