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Besiedelung des Ostens.
verbreitet, er hat die Räuber der Landstraße und die Räuber der See be-kämpft, er hat das Beute- und Strandrecht im Binnenlande und an denKüsten durch Krieg und Verträge vernichtet, hat blühende Städte geschaffenan ödem Strande und auf unwirtlicher Heide, hat das Christentum und dieBildung seiner Zeit mit den Bedürfnissen, die er aufregte und befriedigte,in ferne Länder getragen, er hat zuerst die Völker der Erde zu einer großenEinheit verbunden, und er, der so gefügig gegen starke Übermacht und sounduldsam gegen seine deutschen Nebenbuhler war, hat die Ehre seinerNation, die Überlegenheit deutschen Wesens, ja sogar den Umfang und dieGrenzen des Reichs bewacht und erweitert in einer Zeit, in welcher Kaiser,Fürsten und Ritterschaft nicht imstande waren nach großer Politik zuhandeln.
Denn dieselbe Tätigkeit des Kaufmanns, welche so leicht selbstsüchtigmacht, ist zugleich mehr als jede andere auf die Güte menschlicher Naturberechnet. Sie ist unmöglich ohne ein großartiges Vertrauen, welches der Kauf-mann anderen gewährt, nicht nur den Leuten, die er selbst im Dienste hat,auch den Fremden, nicht den Christen allein, auch Heiden. Die Redlichkeit,welche eine eingegangene Verpflichtung völlig und ganz erfüllt, auch wennsie einmal ein Opfer kostet, ist dem Handel auf jeder Stufe seiner Ent-wickelung unentbehrlich; und gerade deshalb, weil der Handel Treue undRechtschaffenheit im Verkehr zum besten Vorteil macht, schafft er gesundeund dauerhafte Verbindung der Menschen. Man staunt vor dem geschäft-lichen Treiben des Mittelalters über die Größe des Vertrauens und dieFestigkeit der Verbindungen in einer Zeit, wo das Pflichtgefühl so vielkleiner war als jetzt und die Begehrlichkeit so viel größer, wo Gut und Gelddes Kaufmanns die poetische Sehnsucht von Millionen waren und die An-eignung fremden Gutes für ein kleines Unrecht, ja vielleicht für ein rühm-liches Wagnis galt. Es ist wahr, der Kredit wurde nicht so leicht und sorg-los bewilligt wie jetzt; wenn der Kaufmann in fremder Stadt verkaufte,so suchte er am liebsten Ware gegen Ware oder gegen bares Geld umzu-setzen, und wenn er Kredit gab, forderte er eine Sicherheit in amtlichbeglaubigter Urkunde, indem er das Geschäft in das Ratsbuch der Stadteintragen ließ und von dem Käufer Bürgen verlangte; aber unter diesenvorsichtigen Formen bestand, trotz Argwohn und häufigem Betrug, als Regeldoch ein gutes Vertrauen, daß der andere das geschlossene Geschäft, Hand-schlag und gemeinsamen Trunk ehren werde. Jeder ansehnlichen Stadtwar vorteilhaft, ihren Erzeugnissen dadurch guten Absatz zu verschaffen,daß sie dieselben von sicheren Leuten prüfen und bezeichnen ließ, und derRing, womit der Barchent von Ulm gezeichnet war, oder die Hausmarkeeines großen flandrischen Webers galten auf allen Handelskontoren Europas