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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
Entstehung
Seite
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Einleitung.

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Bildern sehen, den Erlöser im Seelenkampfe zu Gethsemanevorstellend (mein Vater, ist es möglich, daß dieser Kelch vonmir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille! Ev.Matthäus 26, 42); gewöhnlich schwebt dann mit Verhöhnungaller Gesetze der Schwerkraft ein riesiger Humpen vor demBetenden in der Luft!!

Bei den italischen Lokrern gab es eine Statue desLautenspielers Eunomos; derselbe war mit seiner Lautedargestellt, auf der eine Cikade saß; die letztere war offenbarnur ein Symbol der Musik. Das genügte den Lokrern abernicht und sie fügten die absurde, aber doch liebliche Erzählunghinzu, daß dem Eunomos während eines Vortrages, mit wel-chem er den Sieg errang, eine Saite gesprungen sei, worauf sicheine Cikade auf die Laute gesetzt und jedesmal, wenn der fehlendeTon vorkommen mußte, ihn gesungen hätte (Strabon, Buch 6).

Die von A. W. von Schlegel besungene Sage von demdurch einen Delphin erretteten Arion, welche uns HerodotI. 24 und später Plutarch im Gastmahl der sieben Weisen,Kap. 18, ferner Pausanias 3. 25, Aelian XII. 45 berichten,verdankt ihre Entstehung wohl einer Statue, einen auf einemDelphin reitenden Mann darstellend, welche Arion dem Tempelin Tainaron gewidmet hatte. Bei Herodot trägt ihn einDelphin, bei Plutarch sammelt sich ein Schwärm um ihn undsie lösen sich ab in dem Dienst ihn zu tragen. Plutarch läßtdiesen Ritt durch mehr als zehn Meilen gehn; Herodot nenntkeinen Raum. Plutarch läßt ferner ihn abends herabstürzenund während der Fahrt Mond und Sterne hervortreten.

„Der Delphin war wegen seiner Schnelligkeit das Symbol einer glücklichen See-reise, weshalb ihn mehrere Seestädte, z. B. eben das zur See mächtige Tarent, woher-irion kam, zu ihrem Symbol hatten." (Baur, Symbolik und Mythologie oder dieNaturreligion des Altertums; Stuttgart, Teil I 1828, S. 31 .)

Die übrigen romantischen Züge der Erzählung zeigenuns eine Aneinanderreihung der Eigenschaften, welche dieGriechen irrigerweise dem Delphin angedichtet hatten und an

man noch im 18. Jahrhundert geglaubt hat.