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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
Entstehung
Seite
25
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Einleitung.

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Auf der großen Main-Brücke zwischen Frankfurt undSachsenhausen steht eine Bildsäule Kaiser Karls des Großen,zeitverstoßend mit einem Reichsapfel in der Hand; denn dieserwurde erst viel später das Symbol der Weltherrschaft. DieSachsenhäusener aber erzählen, das Denkmal wäre dem Kaisererrichtet worden, weil er den Apfelwein erfunden!

Am Niesenthor der Stephanskirche in Wien ist inder Höhe ein Jüngling angebracht, der seinen verletzten Fußauf das andere Knie zu stützen scheint. Daraus ist die Sageentstanden, der Baumeister Pilgram habe seinen SchülerPuchspaum, dem als Lehrling noch die Leitung des zweitenTurmbaues aufgetragen worden, aus Neid vom Gerüste gestürzt.

Zu Wildeshausen in Oldenburg findet man oben imGewölbe über dem Altar der Kirche eine Figur des heiligenPetrus, wie er, der Legende gemäß, mit dem Kopf nachunten gekreuzigt ist; aber das Volk, als gute Protestantenmit der Petruslegende unbekannt, erzählt sich, die Figur stelleden Baumeister der Kirche dar, wie er beim Bau derselbenheruntergestürzt wäre.

Im Park zu Weimar ferner befindet sich an einer lieb-lichen Stelle eine Säule, um die sich eine Schlange windet,oben mit einem Paar Broden, alles aus Stein gehauen mitder Inschrift: Osnio llusus looi! Das Volk, welches damitnichts anzufangen weiß, meldet, es hätte dort einst eine großeSchlange gehaust, welche endlich mit vergifteten Broden un-schädlich gemacht worden wäre.

Das Volk wittert überhaupt bald Gift. In der uraltenBegräbnißkirche zu Salzungen, deren Entstehung in das12. Jahrhundert zurückreicht, befindet sich ein merkwürdigesBildnis. Es stellt in Lebensgröße einJungfräulein von15 Jahren, eine Pfarrerstochter in vollem Brautschmuckdar, deren Brautkranz zerrissen und verstreut vor ihr auf demBoden liegt. Sie war als Braut eines Geistlichen, kurz vordem bestimmten Trauungstage gestorben. Im Bilde hält sie